Deutsch-Italienischer Freundeskreis
Bensheim-Riva del Garda

Der Moskauer Kreml - 850 Jahre Baugeschichte im Computer
3D Computer-Rekonstruktion

Als Kreml wird allgemein der alte befestigte Stadtteil russischer Städte bezeichnet. Der bekannteste ist ganz zweifellos der Kreml von Moskau.

Er wurde auf dem Hügel am Zusammenfluss der Neglinnaja und der Moskwa in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts in Holzbauweise errichtet und im Laufe der Zeit zum Fürsten- und später zum Zarensitz ausgebaut.

Erstmals schriftlich erwähnt wurde der Moskauer Kreml 1331, nachdem er zuvor wieder einmal einem Brand zum Opfer gefallen war. - Stadtbrände waren damals relativ häufig, da russische Städte in der Regel aus Holzbauwerken errichtet wurden. Nach einem weiteren Brand nach 1365 ging man dazu über zumindest Repräsentativbauten aus Kalkstein zu errichten.

Prof. Manfred Koob zeigt auf der virtuellen Baustelle die 5 Baustufen des Holzkreml, von dem es bislang nur Beschreibungen und zeitgenössische Gemälde und Stiche gab. Die Betrachter werden zu einem virtuellen Spaziergang durch den befestigten Stadtteil und durch seine Kathedralen und Paläste, die längst nicht mehr existieren, eingeladen.

1472 heiratete Ivan III., auch "der Große" genannt die Nichte des letzten byzantinischen Kaisers. Sie kam aus dem Rom der italienischen Frührenaissance und beeinflusste ganz wesentlich die Neugestaltung des Kreml. Ivan der Große ließ 1475 aus Venedig den Baumeister Aristotele Fioravanti mit samt seiner Bauhütte kommen und überträgt ihm die Aufgabe zur teilweisen Erneuerung und den Neubauten von Kathedralen und Repräsentationsbauten. - Der Kreml gleicht schon nach wenigen Jahren den berühmten Burgen von Verona und Mailand. Er steht ihnen in nichts nach, übertrifft sie aber an Größe.

Die Durchführung des Projektes erfolgte in Zusammenarbeit mit der "Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland", dem "Staatlichen Historischen Museum Moskauer Kreml", der "Staatlichen Russischen Geisteswissenschaftlichen Universität" und der "Technischen Universität Darmstadt Fachgebiet Informations- und Kommunikationstechnologie in der Architektur Prof. Manfred Koob.

Neben dem Ziel, den Moskauer Kreml, das Herz Russlands, zu erforschen, zu dokumentieren, zu digitalisieren und der Wissenschaft zugänglich zu machen, wurden die Ergebnisse in einer Ausstellung im Jahre 2004 erstmals der Öffentlichkeit in der Bundeskunsthalle in Bonn gezeigt und anschließend, nach Weiterbearbeitung, als Dauerexponat im Moskauer Kreml zugänglich gemacht. Die Übergabe erfolgte im März 2006 anlässlich der 200Jahr-Feier des Moskauer Kreml Museums.

In diesem Jahr soll die Rekonstruktion im Edo Tokyo Museum und im National Art Museum in Osaka, Japan, gezeigt werden.

Prof. Koob hat zusammen mit 30 Mitarbeitern in zweieinhalb Jahren den Kreml in seinen verschiedenen Phasen im Rechner wieder aufgebaut und für den Freundeskreis Bensheim - Riva del Garda sichtbar werden lassen.

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