Deutsch-Italienischer Freundeskreis
Bensheim-Riva del Garda

Vulkanausbrüche nicht nur zerstörend
Deutsch - italienischer Freundeskreis auf einer Tagesexkursion in der Eifel

Die Eifel ist geprägt durch den im Tertiär vor 50 Millionen Jahren einsetzenden Vulkanismus. Zahlreiche Maare und Schlackenkegel, die den nationalen Geopark Vulkanland Eifel zieren, sind heute beschauliche Zeitzeugen ursprünglicher Naturgewalten. Das Nutzbarmachen eruptiver Substanzen durch den Menschen war in der Folgezeit Ursache für das Entstehen geowissenschaftlicher, naturkundlicher und kunsthistorischer Bezüge untereinander.

So lag es nahe, dass der deutsch - italienische Freundeskreis Bensheim - Riva del Garda seinen Mitgliedern eine Tagesfahrt in die Vulkaneifel anbot, wobei der Leiterin der Reise, der Vorsitzenden Dr. Pina Kittel, mit Georg Drinnenberg und Heribert Kittel zwei kompetente Referenten zur Seite standen.

Maria Laach
Screenshot der Website www.maria-laach.de

In einer reizvollen Uferlandschaft eines sehr ruhig gelegenen Vulkansees befindet sich eine der besterhaltenen, romanischen Anlagen in Deutschland, die Benediktiner - Abtei Maria Laach. Mit sicherem Gespür für das einmalige Zusammenspiel von Natur und romanischer Baukunst wurde sie im Jahre 1093 vom Pfalzgraf Heinrich II. gegründet. Heute leben hier etwas mehr als fünfzig Mönche nach der Klosterregel ihres Ordensgründers Benedikt von Nursia (480 - 547). Über deren Wirken in Seelsorge, Wissenschaft und Handwerk als auch über die Rituale bei den täglichen Gebeten informierten sich die Bensheimer Reiseteilnehmer während einer Filmvorführung.

Sodann stand die Besichtigung der Klosterkirche auf dem Programm, deren Architektur eine äußerst harmonische Ausstrahlung aufweist, nicht zuletzt bedingt durch die Materialabstufung von dunklem Basalt gegenüber hellem Tuffgestein.

Georg Drinnenberg hatte die Führung übernommen und dabei besonders die hier in reinster Form vorliegenden Stilelemente einer romanischen Basilika erläutert und aufgezeigt. Sind es im äußeren Bauprogramm der Ost- und Westchor, zwei Querschiffe und zwei Dreiturmgruppen, welche die Gesamterscheinung der Maria Laach - Klosterkirche auszeichnen, so bewundert man im gegliederten Innenraum das unter Beachtung geometrischer und statischer Vorgaben filigran gestaltete Zusammenspiel von tragenden Pfeilern, verbindenden Bögen und dem alles überragenden Gratkreuzgewölbe.

Etringer Lay
Römerbergwerk (Innen)
oben: "Etringer Lay", unten: "Römerbergwerk, Innen". (Fotos: www.vulkanpark.com)

Zurück zur Natur. Heribert Kittel ging detailliert auf die Entstehung und die unterschiedlichen Auswirkungen des Eifelvulkanismus ein und beleuchtete das Sichneuentwickeln einer andersartigen Natur- und Kulturlandschaft. Erstaunlich schien, dass sich der Ausbruch des Laacher See - Vulkans erst vor 13 000 Jahren ereignete, also erdgeschichtlich gesehen vor einer sehr kurzen Zeitspanne. Die Möglichkeit der Wiederholung eines solchen Naturinfernos kann nicht ausgeschlossen werden, zumal es in der Eifel Hinweise auf erdinterne, dynamische Prozesse gibt.

Der Vulkanismus hat auch positive Seiten. Schon vor 7000 Jahren wurde in der Eifel vulkanisches Gestein beim Bauen verwendet. Die Römer kannten die Vorzüge der hier vorgefundenen Vulkanitablagerungen von Tuff und Bims ebenfalls. An zwei Orten konnte sich die Bensheimer Reisegruppe davon überzeugen, nämlich bei der Besichtigung der erst ab 1980 in der Nähe von Bad Neuenahr - Ahrweiler ausgegrabenen Reste einer römischen Villa aus dem 1. bis 8. Jahrhundert wie auch bei der Begehung verbliebener Stollen des 2000 Jahre alten, größten römischen Untertage-Tuffbergwerks nördlich der Alpen am Rande von Meurin.

Beeindruckend ist das gewaltige Ausmaß der ehemaligen Römervilla. Der sehr gute Erhaltungszustand der Ausgrabungsfunde lässt auf mehrere Nutzungsarten in der Folge der ersten 800 Jahre unserer Zeitrechnung schließen. Vorwiegend als Wohnsiedlung mit feudaler Raumgestaltung genutzt, fand die Villa im 4. Jahrhundert Verwendung als Hospiz. Selbst Möglichkeiten der Metallschmelze wurden geschaffen.

Während seiner Führung durch die überdachte Anlage hatte Georg Drinnenberg genügend Gelegenheit, Eigenheiten römischer Lebensführung an Ort und Stelle zu demonstrieren.

Am Ende eines sehr informativen Reisetages in der Eifel bestand der Wunsch nach einem gebührenden Abschluss in geselliger Runde. Man wählte hierfür die Burg Klopp bei Bingen, deren exponierte Lage einen ausschweifenden Blick auf eine romantische Rheinlandschaft zulässt.

Manfred Müller

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