Deutsch-Italienischer Freundeskreis
Bensheim-Riva del Garda

Venedig und das venezianische Riva del Garda

Eine achttägige Kulturreise des deutsch-italienischen Freundeskreises im Oktober 2009 - Seite 4

Palazzi mit zierreichen Fassaden aus Ziegelstein und anderen Materialien.

Venedig ist nicht gratis zu erobern. Man muss schon gut zu Fuß sein trotz der zahlreichen Möglichkeiten, mit einem Vaporetto z.B. auf dem Canale Grande zum angestrebten Ziel zu gelangen. Erheblich schwieriger ist es, sich tagsüber durch die Schwärme von Touristen zu drängen, von denen pro Jahr mehr als 20 Millionen den Markusplatz bevölkern. Allerdings konnten sich die Bensheimer Reiseteilnehmer von solchen Missständen fernhalten, da man die Unternehmungen recht frühzeitig am Morgen begann.

Waren es in früheren Jahrhunderten die Pest und andere Epidemien, die die Bevölkerungszahl rapide schwinden ließen, so ist es heute der fast unerträgliche Druck des Tourismus mit seinen Begleiterscheinungen wie die Profitgier von Baugesellschaften, die den Bewohnern immer mehr die Lust am Verbleiben nimmt. In den letzten 40 Jahren hat sich die Einwohnerzahl halbiert, zur Zeit leben in Venedig noch etwa 70.000 Menschen.

Beide Bensheimer Reisegruppen hatten jeweils ihr Hotel sehr zentral nahe einem Kanal gelegen. Tagsüber herrscht hier reger Gondelbetrieb, wobei das Liedgut der Mitfahrenden nicht immer den Ansprüchen der gebildeten Besucherschicht entspricht.

Piazza San Marco am Abend

Aber am Abend und besonders in der Nacht, nachdem die meisten Touristen die Stadt wieder verlassen hatten, ja dann konnte man das Flair einer faszinierenden Stadt erleben, so etwa wie es in den Kriminalromanen von Donna Leon beschrieben wird. Man bewundert in einsamer Stille prunkvolle Palazzi mit zierreichen Fassaden aus Ziegelstein und anderen Materialien bis hin zu edlem Marmor, die aus der glitzernden Wasseroberfläche der Kanäle ragen, über der schmuckvolle Brückenbögen beide Ufer miteinander verbinden. Überschreitet man sie, kommt man in spärlich beleuchtete enge Gässchen. Hin und wieder erreichen deren Ausmaße noch nicht einmal die Breite eines aufgespannten Regenschirms.

Die Piazza San Marco, umgrenzt von den Arkaden der Prokuratien, den ehemaligen Verwaltungsgebäuden, und der frontal mit Mosaiken reichlich verzierten San-Marco-Basilika, ist natürlich im Abendlicht von einzigartiger Schönheit. Ja sogar die Tauben haben sich zurückgezogen und träumen von früheren Zeiten, als sie sich noch an den ständigen Fütterungsorgien erfreuen konnten.

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