Deutsch-Italienischer Freundeskreis
Bensheim-Riva del Garda

Venedig und das venezianische Riva del Garda

Eine achttägige Kulturreise des deutsch-italienischen Freundeskreises im Oktober 2009 - Seite 6

Masken in einem Schaufenster in Venedig

Georg Drinnenberg führte die Reisegruppen gewohnt souverän und kompetent zu von ihm ausgewählten Gemälden oft großen Ausmaßes in verschiedenen Kirchen, Palästen und Museen. Dabei gelang es ihm sehr eindrucksvoll und nachvollziehbar, die Besonderheiten und Charakteristika im Malstil des Künstlers dem Betrachter nahe zu bringen. So wurde man z. B. in die Lage versetzt, anhand der leuchtenden, brillanten Farbigkeit eines Madonnenbildes von Giovanni Bellini die Identität des Künstlers an anderer Stelle wieder zu entdecken und von der eines Giorgione zu unterscheiden.

Jetzt fehlte nur noch ein Musikerlebnis, um dem facettenreichen Kunstangebot der Stadt zu genügen. Und ein solches gab es in Form einer Opernaufführung. Allerdings nicht im legendären Gran Teatro Fenice, sondern in der ersten Etage des vom Alter gezeichneten Palazzo Barbarigo Minotto aus dem 17. Jahrhundert.

Statt auf einer Bühne mit vorgelagertem Orchestergraben wurden die beiden Akte von Rossinis "Der Barbier von Sevilla" mit abgewandelter Inszenierung nacheinander in drei verschiedenen, sehr dekorativen Palast- räumen aufgeführt. Das Publikum war angehalten, jeweils den Raumwechsel mit zu vollziehen, wobei es den außergewöhnlichen Vorzug hatte, das Operngeschehen hautnah in unmittelbarer Nähe zu den Gesangssolisten zu erleben. Aus Platzgründen war das Orchester auf drei Streicher und einem Pianisten beschränkt. Man war einhellig der Meinung, einen Opernabend der nicht alltäglichen Art genossen zu haben.

Pina Kittel hatte sich sehr intensiv auch unter Rückgriff auf italienische Literatur auf spezielle Stadtführungen vorbereitet und diese sehr informationsreich gestaltet. Nennen wir als Beispiel das "Ghetto" genannte Judenviertel von Venedig und das Gebiet um die Rialtobrücke mit seinem Fischmarkt.

Man erfuhr Details über das Alltagsgeschehen in der Stadt, über das Bewältigen sozialer Probleme, über wirtschaftliche Nöte und über mögliche Bildungsangebote. Auch die Geschichte und die Bedeutung des Karnevalismus für die Stadt kamen zur Sprache.

Am Ende einer erlebnisreichen Woche mit historischen, kulturellen und anderen stadtspezifischen Programminhalten lag es nahe, den hierfür verantwortlichen Organisatoren einen herzlichen Dank auszusprechen. Auch diese Bildungsreise an den Gardasee und insbesondere nach Venedig reiht sich ein in den Katalog mit niveau- und anspruchsvollen Veranstaltungen, die der deutsch-italienische Freundeskreis jährlich seinen Mitgliedern anbietet.

Text und Fotos: Manfred Müller

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