Infos - Der Strahlrohr

(Aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie. Zusammensetzung und Gestaltung: Johnny Glover)


Der Begriff Strahlrohr bezeichnet eine Wasserauswurfvorrichtung. 

Es gibt folgende Arten:

Mehrzweckstrahlrohr

Mehrzweckstrahlrohre sind spezielle Armaturen der Feuerwehr zur Löschmittelabgabe (Wasser oder Wasser/Schaum-Gemische), die neben den Sonderstrahlrohren, Schaumrohren und Hohlstrahlrohren verwendet werden. Sie gibt es in den Nenngrößen B, C und D. Alle besitzen die Schaltmöglichkeiten Vollstrahl, Sprühstrahl und Halt (daher der Name Mehrzweckstrahlrohr).

 

 

C-MehrzweckstrahlrohrDie Wahl, welches Strahlrohr eingesetzt wird, ist eine komplexe Entscheidung, die von vielen Faktoren abhängt und daher meist vom Einsatzleiter, jedoch mindestens vom Gruppenführer befohlen wird. Grundsätzlich ist das erste Mittel der Wahl das C-Strahlrohr, da es in einem Löschgruppenfahrzeug dreifach vorhanden ist, von zwei Mann bedient werden kann und einen moderaten Wasserverbrauch hat. An die Grenzen stößt es meist dann, wenn eine große Höhe oder Weite überbrückt werden muss oder wenn viel Wasser benötigt wird (hohe Brandlast). Weitere Schritte, um mehr Löschmittel aufzutragen: Mundstück abnehmen, Einsatz eines B-Rohres oder mehrere Rohre gleichzeitig.

Da bei B-Strahlrohren eine so starke Rückkraft entsteht, dass diese unmöglich von einem Trupp allein gehalten werden können, werden sie üblicherweise zusammen mit einem Stützkrümmer eingesetzt, welcher 1/3 der Kraft über den Schlauch zum Boden ableitet. Ohne Stützkrümmer oder bei unsicherem Stand müssen - je nach Dienstvorschrift - drei oder vier Feuerwehrleute das B-Rohr halten.

Der Vollstrahl wird über eine einfache Hohldüse geformt (Stabstrahl). Durch Drehen am Absperrorgan kann im Strahlrohr zusätzlich ein Störkörper in den Wasserstrahl gebracht werden, so dass eine Auffächerung des Strahls erreicht wird (Drallstrahl). Die Wassermenge kann über ein abschraubbares Mundstück geändert werden, dazu muss aber die Wasserabgabe unterbrochen werden.

Auf Grund der größerer Flexibilität und dem besseren Strahlbild werden in den letzten Jahren, insbesondere zur Brandbekämpfung in Gebäuden, verstärkt Hohlstrahlrohre an der Stelle von Mehrzweckstrahlrohren eingesetzt.

Ausführungen

Bezeichnung

Düsengröße mit Mundstück

Düsengröße ohne Mundstück

Wasserdurchfluss-
Menge mit Mundstück
Wasserdurchfluss-
Menge ohne Mundstück
B-Strahlrohr

16 mm

22 mm

400 l/min (6 bar) 800 l/min (7 bar)
C-Strahlrohr

9 mm

12 mm

100 l/min (4 bar) 200 l/min (5 bar)
D-Strahlrohr

4 mm

6 mm

25 l/min (5 bar) 50 l/min (5 bar)

Es handelt sich um gerundete Werte, die annähernd der wahren Durchflussmenge entsprechen. Man geht nach DIN 14 365 von 5 bar (0,5 Mpa) am Strahlrohr aus.

Hohlstrahlrohr

Hohlstrahlrohr

Hohlstrahlrohre (Abkürzung: HSR) finden mittlerweile immer mehr Verbreitung. Bei Hohlstrahlrohren wird das Wasser durch eine ringförmige Düse geleitet, so dass ein hohler Wasserstrahl entsteht, der jedoch durch bestimmte Techniken wie einen festen oder rotierenden Zahnkranz mit Tropfen gefüllt werden kann, was eine bessere Wasserverteilung und somit auch eine wirkungsvollere Rauchgaskühlung zulässt. Ein Vollstrahl aus einer solchen Ringstrahldüse ist stabiler (geringeres Ausregnen) als ein herkömmlicher Vollstrahl ("Stabstrahl") und erreicht eine höhere Wurfweite. Es kann damit außerdem stufenlos ein Sprühkegel von teilweise bis über 90 Grad erreicht werden. Meistens kann noch der Durchfluss des HSR geregelt werden, die Wasserabgabe muss dazu nicht unterbrochen werden. Somit kann der vorgehende Strahlrohrführer einen wassersparenden und dynamischen Löschangriff durchführen.

 

Bei den Feuerwehren werden sehr unterschiedliche Hohlstrahlrohrmodelle eingesetzt und ist seit Jahren eine lebhafte Diskussion im Gange, welcher Typ von Hohlstrahlrohr sich wohl am besten für den Feuerwehreinsatz eigne.

Wichtige Unterschiede:

Vorteile gegenüber Mehrzweckstrahlrohren:

Jedoch müssen die verbesserten Strahlrohr-Eigenschaften durch spezielle Feuerwehrausbildung erlernt werden. Brauchbare Hohlstrahlrohre sind in der Anschaffung meist wesentlich teuerer als Mehrzweckstrahlrohre (etwa doppelt bis 10fach so teuer, je nach Modell und Hersteller ->ab ~200€/Stück 2005), jedoch deutlich preiswerter als Hoch- oder Höchstdrucklöschanlagen. Hohlstrahlrohre können bei grob verunreinigtem Wasser (Algen, Schmutz aus offenen Gewässern, gelöste Inkrustierungen von Steigleitungen) unter Umständen leicht verstopfen, die HSR sollten daher immer über eine Spülstellung verfügen.

Schaumstrahlrohr

Schaumstrahlrohre sind in DIN 14 366 genormt die grundsätzlich 2 Typen unterscheidet: Schwerschaumrohre und Mittelschaumrohre. Inzwischen gibt es jedoch zusätzlich auch Kombischaumrohre die beide Varianten in sich vereinigen.

 

Im Schaumrohr wird das Wasser-Löschmittel-Gemisch aus dem Zumischer mit Luft versetzt und in Form eines Strahls ausgeworfen. Sie unterscheiden sich in ihrer Größe:

Schwerschaumrohr Schwerschaumrohr
  • S 2 - Durchfluss 200 l/min Wasser-Schaummittel-Gemisch
  • S 4 - Durchfluss 400 l/min Wasser-Schaummittel-Gemisch
  • S 8 - Durchfluss 800 l/min Wasser-Schaummittel-Gemisch
  • Mittelschaumrohr Mittelschaumrohr
  • M 2 - Durchfluss 200 l/min Wasser-Schaummittel-Gemisch
  • M 4 - Durchfluss 400 l/min Wasser-Schaummittel-Gemisch
  • M 8 - Durchfluss 800 l/min Wasser-Schaummittel-Gemisch
  • Mittelschaumrohre mit dem Zusatz W haben eine besonders hohe Wurfweite, dafür jedoch eine geringere Verschäumung.

    Schaumstrahlrohre bestehen aus einem Gehäuse mit Festkupplung und Handgriff, einer Düse, einer Luftansaugöffnung und -Mittelschaumrohre und Schwerschaumrohre alter Bauart- einem Veredlersieb. Das Gehäuse, welches aus Stahlblech gefertigt ist, ist bei Schwerschaumrohren schlank und röhrenförmig, während es bei Mittelschaumrohren eher kurz und gedrungen ist. Die Luftansaugöffnungen befinden sich in der Nähe der Düse; ihr Durchmesser richtet sich nach der Art des Schaumrohres.

     

    Beim Einsatz prallt das Wasser auf die Düse und wird fein verteilt, durch den Zutritt von Luft bilden sich Schaumblasen, deren Größe durch den Veredler geregelt wird. Dabei muss auf einen konstanten Druck (meist 5 bar) geachtet werden, da nur so eine gute Verschäumung erfolgt.