Pressespiegel des Heppenheimer Geschichtsvereins

Heimatgeschichte auf 384 Seiten

1250 Jahre Heppenheim: Heute Andruck für das Festbuch – 24 Beiträge mit vielen Bildern und Illustrationen

HEPPENHEIM. Was lange währt, wird endlich gut: Heute, Mittwoch (25.), wird Gerhard Kasper, Geschäftsführer des Verkehrs- und Heimatvereins, symbolisch die Vierfarbmaschine in Betrieb setzen und damit den Druck freigeben für das Festbuch zum 1250-jährigen Bestehen der Kreisstadt Heppenheim. Vorgestellt werden soll das umfangreiche Werk dann bei der offiziellen Feierstunde zum Jubiläum, zu der die Stadt – eingebettet in das Programm zum Bergsträßer Weinmarkt – am 1. Juli (Freitag) in den Kurfürstensaal einlädt. Erst am Tag nach der Präsentation durch Vorsitzenden Helmut Engelhard kommt es in den Verkauf.

Herausgeber, Redaktion und Autoren sind überzeugt davon, dass das Festbuch die Erwartungen erfüllen wird. Einerseits mit der für geschichtliche Themen notwendigen Akribie erarbeitet, zeichnen sich die Aufsätze andererseits durch einen gut leserlichen und für den Normalbürger verständlichen Schreibstil aus.

Die von 13 Autoren verfassten Beiträge, 24 an der Zahl, werden mit vielen, zum großen Teil noch unveröffentlichten Fotos, Zeichnungen, Kartenmaterial, graphischen Darstellungen, Dokumenten und Faksilimes, darunter der Originaltext der Heppenheimer Ersterwähnung im Lorscher Codex vom 17. Juli 755, illustriert. Insgesamt umfasst das Buch 384 Seiten und damit etwa hundert mehr als beim ersten Kostenvoranschlag ursprünglich ins Auge gefasst.

Helmut Engelhard, Vorsitzender des Verkehrs- und Heimatvereins, spricht in seinem Vorwort zu „1250 Jahre Heppenheim“, so der offizielle Buchtitel, von einem Werk, das von vielen für viele erstellt worden sei. Für die Inhalte zeichnen der Historiker Karl Härter für den Geschichtsverein, Archivar Harald E. Jost für die Stadt und der Journalist Fritz Kuhn für den Verkehrs- und Heimatverein verantwortlich.

Die technische Koordination von der Texterfassung bis hin zur Drucklegung wurde von Gerhard Kasper übernommen. Wertvolles Bildmaterial steuerte neben mehreren privaten Einsendern vor allem Dieter Schnabel, der Vorsitzende des Geschichtsvereins, bei.

Gut beraten ist, wer sich nach dem Erwerb des Festbuchs erst einmal den von Professor Härter verfassten „Basisbeitrag“ zu Gemüte führt. Wer die 58-seitige Abhandlung aufmerksam gelesen hat, wird dann umso leichter Zugang zu den sich anschließenden Einzelthemen finden, in denen die Bevölkerungsentwicklung (Harald E. Jost) ebenso erläutert wird wie die Baugeschichte der Stadt von 1780 bis 1970 (Dieter Schnabel) oder die erste urkundliche Erwähnung, die auf eine Schenkung an die „Basilika des hl. Petrus, welche im Dorf Heppenheim errichtet ist“ zurückgeht (Fritz Kuhn).

Zu welchem Preis das Jubiläumsbuch über die Theke des Buchhandels geht, ist noch nicht ganz entschieden. Nach Lage der Dinge muss allerdings von einem Betrag ausgegangen werden, der nicht unter 18 Euro liegen kann. Der Verkehrs- und Heimatverein: „Damit würden wir an der untersten Grenze des für uns Vertretbaren liegen.“

Daran vermag auch der Umstand nichts zu ändern, dass sich die Stadt Heppenheim mit einer Zuwendung von 10 000 Euro an dem Werk beteiligt. Der Herstellungspreis liegt deutlich darüber. Ob auch der Kreis Bergstraße einen Zuschuss gewährt, ist noch nicht ganz geklärt. Unterstützung auch von dieser Seite könnte das Risiko des Verkehrs- und Heimatvereins zumindest etwas mindern.

Quelle: Echo-online, fk, 25.5.2005

Inhaltsverzeichnis

Erster Versuch einer Annäherung an das „Dritte Reich“

HEPPENHEIM. Das Festbuch „1250 Jahre Heppenheim“ wird mit Karl Härters Abhandlung „Entwicklung, Verwaltung und Kultur der Landstadt Heppenheim von der ersten urkundlichen Erwähnung (755) bis zum Ende des Alten Reichs (1803/06)“ eingeleitet. Weitere Beiträge liefern Dieter Schnabel zur Baugeschichte, Harald E. Jost zur Bevölkerungsentwicklung und zur Jüdischen Gemeinde sowie Fritz Kuhn, der für nicht weniger als acht Einzelthemen recherchiert hat. Größere Abhandlungen betreffen dabei das städtische Vereinswesen (30 Seiten), „Handel, Handwerk und Gewerbe im Spiegelbild der Zeit“ (22 Seiten) sowie das nicht ganz unproblematischeThema „Aufstieg und Niedergang“ des Dritten Reiches aus lokaler Sicht (24 Seiten). Kuhn spricht in diesem Kontext bewusst nur vom „Versuch einer Annäherung“. Sechzig Jahre nach Kriegsende dürfe die Hitlerzeit in Heppenheim allerdings keinem Tabu mehr unterliegen. Teils zum Schmunzeln anregen dürfte der Beitrag von Bürgermeister Ulrich Obermayr, der aus der Amtszeit seiner Vorgänger (ab 1821) auch einige heitere Episoden zusammengetragen hat. Über „Gemeinsamkeiten und Eigenständigkeiten von Heppenheim und seinen Stadtteilen“ wird in einer Co-Produktion von Karl Härter und Harald E. Jost informiert. Zu den Autoren zählen außerdem Vinzenz Antes („Der Weinbau in Heppenheim im 20. Jahrhundert“), Professor Ulrich Engel (Mundart), Ulla Hess (Altstadtsanierung), Dirk Römer („Reformatorische Predigt unterhalb der Starkenburg“), Gerhard Heinemann („Corps Starkenburgia zu Gießen“), Gerhard Kasper („Entwicklung, Chance und Zukunft des Fremdenverkehrs“) sowie Alfred Gafert („Die deutschen Heimatvertriebenen in Heppenheim“). Die Themenpalette ist damit freilich noch nicht erschöpft. Lesenswerte Beiträge finden sich unter anderem über die Wurzeln der heimischen Fastnacht, zu den Partner- und Patenstädten, zu „Papa Heuss“ und die von ihm initiierte Gründung der FDP im Winzerkeller sowie zu den Anfängen des kulturellen Lebens (ab 1890) und dem Aufkommen der ersten Heppenheimer Kinobetriebe. Als einziger Autor mit einer Porträtaufnahme gewürdigt wird in dem Festbuch Horst Roland. Der ehemalige Vorsitzende von Forum Kultur/Kulturgemeinde und langjährige freie Mitarbeiter dieser Zeitung ist im Frühjahr 2004 mit seiner Frau bei einem Unfall in den baltischen Staaten ums Leben gekommen. Zwei Tage vor seinem tragischen Tod war Horst Rolands Beitrag über die kulturellen Aktivitäten nach 1970 bei der Festbuchredaktion eingetroffen.

Quelle: Echo-online, fk, 25.5.2005

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Zuletzt aktualisiert am 26.05.2005