1250 Jahre Heppenheim:
Veranstaltungen des Heppenheimer Geschichtsvereins und der Stadt Heppenheim

Heppenheims Weg in die Moderne

Vortrag am Donnerstag, 22. September 2005, 19.30 Uhr, Kurfürstensaal im Kurmainzer Amtshof

Der Vortrag des Historikers Karl Härter schildert in anschaulicher Form und auch mittels zahlreicher großflächig projezierter Bilder Heppenheims Geschichte zwischen 1803 und 1945. Er wird sich dabei auch auf das von ihm mitgestaltete Festbuch 1250 Jahre Heppenheim stützen, das mit den Beiträgen von Fritz Kuhn, Harald E. Jost und anderen eine wichtige Grundlage liefert.
Der Weg der Kreisstadt in die Moderne war nicht immer leicht und bietet teilweise ein zwiespältiges Bild. 1803, beim Übergang an das protestantische Hessen-Darmstadt war Heppenheim als Sitz eines umfangreichen Oberamtes mit ca. 3100 Einwohnern (Bensheim kam nur auf 3000) „gut aufgestellt“. Das änderte sich schon bald, und Mitte des 19. Jahrhunderts ließ Heppenheim einen gewissen „Modernisierungsrückstand“ erkennen. Zumindest aus der Sicht Darmstadts geriet es in eine „Randlage“ als kleines Ackerbürgerstädtchen und die Bevölkerungsentwicklung stagnierte, einige wanderten sogar aus. Um so enger schlossen sich die Heppenheimer in zahlreichen Vereinen zusammen, die einerseits die Tradition der älteren Bürgergemeinde fortsetzten, andererseits aber auch neue politische und wirtschaftliche Impulse – wie der 1830 gegründete „Sparkassenverein“ – setzten.
Ihre guten historischen Bedingungen und ein gewisses konservatives Beharren sicherten der Stadt dann auch seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts einenlangsamen, aber dennoch nachhaltigen Aufstieg. Mühlen wurden zum Ausgangspunkt erster Industrieansiedlungen, die Steinindustrie entwickelte sich, und mit der „Landesirrenanstalt“ (1866) und dem Tonwerk (1904) kamen „Großbetriebe“. Die Tradition als Verwaltungsmittelpunkt, die verkehrsgünstige Lage mit dem Anschluß an die Main-Neckar-Bahn (1847), aber auch der „romantische Charme“ führten 1847/48 nicht nur Liberale und „Revolutionäre“ in die Stadt, sondern zogen auch Touristen, gut situierte Bürgerfamilien wie z.B. die Metzendorfs und Intellektuelle wie die Geheebs oder Bubers an. Die katholisch-konservative, aber sozial gefestigte Heppenheimer „Stadtgesellschaft“ erwies sich dann auch zunächst als relativ resistent gegenüber dem Nationalsozialismus. Freilich setzten sich menschenverachtende Politik und braune Diktatur schließlich auch im gleichgeschalteten Heppenheim durch und führten zu schrecklichen Verbrechen an Andersdenkenden, die der Vortrag nicht aussparen wird.
Nach 1945 sollten sich Heppenheims historische Strukturmerkmale jedoch erneut positiv auswirken und den enormen Aufschwung der Stadt zumindest mit befeuern. Anhand der genannten Themen und Beispiele soll so ein facettenreiches Bild der neueren Heppenheimer Geschichte gezeichnet werden. Darin wird das spezifisch „Hepprumerische“ nicht zu kurz kommen, der teilweise schwierige Weg der Stadt in die moderne Zeit aber auch in die allgemeine historische Entwicklung eingeordnet. Im Anschluß an den Vortrag kann bei einem Glas Wein mit dem Vortragenden und Autoren des Festbuchs 1250 Jahre Heppenheim die „Hepprumer Geschichte“ im direkten Gespräch weiter vertieft werden.

Heppenheim und die Starkenburg, Ölgemälde von A. Lucas, 1858

Ölgemälde von 1858

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Zuletzt aktualisiert am 27.10.2005