Pressespiegel des Heppenheimer Geschichtsvereins

Bei vielen werden Erinnerungen wach
Haus Emmaus: Eine historische Bilderreise beim Seniorennachmittag in Erbach - Entwicklung des Unterdorfes

ERBACH. Im Rahmen des Seniorennachmittags im Haus Emmaus hatte der Erbacher Pfarrausschuss den Erbacher Manfred Bräuer eingeladen. Unter dem Titel "Eine historische Bilderreise vom Erbacher Tal zur Erbacher Schule" zeigte Bräuer Bilder alter Erbacher Häuser und deren Bewohner. Die Präsentation wurde ergänzt durch zahlreiche Details zur Geschichte der Erbacher Anwesen.

So konnte Bräuer die Namen der Besitzer von Häusern und Höfen im "Unterdorf" den zahlreich erschienenen Senioren mitteilen. Unter den fünfzig Gästen waren aber auch einige jüngere Erbacher, die ihre Eltern, Groß- und Urgroßeltern wiedererkennen konnten.

Die Bilderreise begann im Erbacher Tal mit dem Gasthaus "Im kühlen Grunde" von Emil Guthier. Bilder von der 1972 dem Straßenbau gewichenen "Vockemühl" riefen Erinnerungen an die früher üblichen Fußmärsche der Erbacher über den "Katzenpfad" zur Messe in der Pfarrkirche Sankt Peter wach. Die talaufwärts folgende Lohsche Mühle, dem Gasthaus "Zur Alten Mühle", heute "Mühlrad", war ein Motiv für zahlreiche Postkarten, von denen nur eine Anzahl gezeigt werden konnte.

Viele Erinnerungen riefen die folgenden Bilder der vor 1950 bestehenden Erbacher Häuser und deren Bewohner wach. Beginnend am unteren Dorfende mit den Häusern Bauer und Helfert sowie dem Hof Helmling, in dem Franz Röhrig im zweiten Drittel des 19. Jahrhunderts eine Wirtschaft betrieb, wurde Haus für Haus bis hinauf zur Erbacher Schule vorgestellt. So konnte Bräuer nachweisen, dass um 1800 die bis 1875 eine Einheit bildenden Höfe "Trares" und "Bräuer" sowie der "Rothermelshof" den Dorfeingang darstellten.

Die auf den Rothermelshof folgende "Wirtschaft von Nicolaus Jäger" (später "Saalbau", heute "Gasthof Jäger") wurde ebenfalls auf vielen Ansichtskarten und Bildern abgebildet, von denen einige eindrucksvolle Details zu diesem Anwesen und seinen Besitzern vorgetragen wurden. So wies beispielsweise ein Schild auf den im Haus Jäger befindlichen öffentlichen Fernsprecher hin.

Auch im oberhalb liegenden Hof wurde durch Johann und Nikolaus Antes von etwa 1860 bis 1921 eine Gastwirtschaft mit Tanzsaal unter dem Namen "Zum Erbacher Tal" betrieben. Auch Erbacher Rufnamen wie "Zieners-Nickel" und "Lutze-Michel" waren Bestandteil der Ausführungen, wurden diese Namen auch für Bewohner des gleichen Hauses, aber anderen Familiennamens weiter verwendet. Talaufwärts, im ehemaligen Haus Umhauer, wurde durch Adam Antes (1828 als "Zapfwirt" bezeichnet) und seinem Schwiegersohn, dem Geometer Johann Möller, eine Wirtschaft betrieben.

Eine Annonce von 1845 verspricht: "Für Speisen und Getränke, sowie für gesellige Unterhaltung, gegründet auf gegenseitige Mittheilung und positiven Zuspruch der Weinflasche, ist gesorgt".

Um 1900 wurden mehrere Häuser durch Mitglieder der Sippe Lulay bewohnt. Neben der Hofreite des Franz Lulay wurden die Häuser Sebastian Lulay (Kramladen) und Johann Lulay (Straßenwärter) vorgestellt. Das Anwesen des "Briefbots" (Briefträgers) Adam Helfert war ein beliebter Treffpunkt der Erbacher Jugend.

Den Abschluss der Präsentation bildeten Bilder des 1905 eingeweihten Schulgebäudes und seines 1786 errichteten Vorgängerbaus. Hier konnte Bräuer von zahlreichen Auseinandersetzungen um die "Renovierung" des Gebäudes zwischen den Lehrern und der Gemeindevertretung berichten.

Die begeisterten Zuhörer bedankten sich durch eine spontane Sammlung zu Gunsten des Hauses Emmaus für den gelungenen Vortrag.

Das Pfarrausschussmitglied Marga Bräuer und der "Neuerbacher" Alfred Gafert bedankten sich beim Referenten für dessen umfangreiche Darstellung des Erbacher Dorfbildes.

Starkenburger Echo, e - 12.9.2006

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Zuletzt aktualisiert am 14.09.2006