Pressespiegel des Heppenheimer Geschichtsvereins

Mehr als eine Anhäufung von Daten
Geschichtsverein: Dritter Band des Heppenheimer Sippenbuches wird am 31. August der Öffentlichkeit vorgestellt - Jahre 1741 bis 1809

HEPPENHEIM. Heimatfreunde und Familienforscher sollten sich den 31. August (nächster Freitag) als wichtigen Termin in ihrem Kalender vormerken. Dann ist es endlich soweit: Um 20 Uhr präsentiert der Heppenheimer Geschichtsverein im Marienhaus in Heppenheim den dritten Band des Heppenheimer Sippenbuches. Er umfasst die Jahre 1741 bis 1809. In einer kleinen Feier soll der neue Band der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Hierzu sind alle interessierten Bürgerinnen und Bürger eingeladen.

Das Marienhaus wurde deshalb ausgewählt, um den Bezug zur Pfarrkirche St. Peter und dem Kirchenarchiv herzustellen, denn die wesentliche Grundlage des Sippenbuches bilden die Kirchenbücher. Der Vorsitzende des Heppenheimer Geschichtsvereins, Dr. Karl Härter und Hans Joachim Büge, der das Sippenbuch III im Auftrag des Vereins herausgegeben hat, werden in kurzen Beiträgen das neue Buch vorstellen. Natürlich besteht auch die Gelegenheit, den neuen Band zu erwerben.

Helmut Becker, Kirchenarchivar an St. Peter und der verstorbene Paul Eisenhauer haben Daten von Eheschließungen, Geburten und Todesfällen Heppenheimer Bürger und hier lebender Personen aus den Kirchenbüchern und anderen Quellen zusammen getragen. Das neue Sippenbuch verzeichnet auf über 700 Seiten in 3625 Einträgen überwiegend zwischen 1741 und 1809 gegründete Familien von Heppenheim und seinen Ortsteilen. Die familien- und personengeschichtlichen Informationen reichen weit in das 19. Jahrhundert hinein

Trotz seines Umfangs und der sorgfältigen Verarbeitung, fester Einband, Fadenheftung, ist der Verkaufspreis mit 16 Euro sehr leserfreundlich ausgefallen. Ziel des Heppenheimer Geschichtsvereins ist es, das Buch einer größeren Leserschaft zugänglich zu machen.

Das Sippenbuch III ist keinesfalls nur eine Anhäufung von Daten. Oh nein! Es ist ein richtiges Geschichtsbuch, das aus dem Leben der Heppenheimer Bürger berichtet, von ihren Nöten, ihren Sorgen. Die Zeiten, die das Buch abdeckt waren keinesfalls friedlich. Sie gehörten zu den kriegerischsten der Geschichte. Siebenjähriger Krieg, Französische Revolution, zahlreiche Durchzüge von Truppen, Hungersnot und viel Elend kennzeichnen diese Zeit. Aber auch die kleinen Katastrophen der Bürger sind zu finden.

Ein umfangreiches Personen- und Sachregister erschließt das Werk.und erlaubt ein zielgerichtetes Suchen. Und so präsentiert sich dem interessierten Leser das Bild der kleinen Leute, denn von denen handelt das Buch. Erschreckend bei den Todesursachen ist die große Anzahl der Frauen, die bei der Geburt oder kurz danach starben. Auch Unfälle jeder Art verzeichnet das Buch. Natürlich fehlen auch Mord und Totschlag nicht, denn die Zeiten waren bekanntlich sehr unruhig. Wer also Interesse hat, der kann sich einlesen, kann Geschichten Heppenheimer Familien erfahren und die sind häufig sehr interessant. Aber nicht nur Heppenheimer finden sich in diesem Buch. Das Kirchspiel umfasste die Gemeinden Unter- und Ober-Hambach, Kirschhausen, Sonderbach, Erbach, Wald Erlenbach und Igelsbach. Auch die dort lebenden Familien sind verzeichnet. Wen wundert es, dass Hambach der am häufigsten genannte Ort ist. Im Ortsregister finden sich aber auch zahlreiche Orte der nahen Umgebung wie Bensheim, Lorsch, Fürth, Laudenbach, um nur einige zu nennen. Viele Gemeinden im Odenwald werden genannt, daneben aber auch weit entfernte.

Einen guten Überblick gibt das Register über die Berufe die es damals hier gab. Natürlich sind Bauern und Tagelöhner am häufigsten vertreten, aber auch Handwerker wie Bäcker, Metzger, Schmiede, Schuhmacher, Zimmerleute finden sich, nicht zu vergessen die vielen Müller. Exotisch muten Berufe wie Maulwurfsfänger Vogelpfeifenhersteller oder Harzsammler heute an.

Einen breiten Raum nimmt die Auswanderung im Sippenbuch ein. Bis 1809 gab es nur wenige Auswanderer, die hauptsächlich ins Banat zogen. Mit Erlaubnis des Landesherrn, oder nicht selten heimlich, um die Steuern zu sparen. Da der Band aber auch die Kinder und deren Schicksale verzeichnet, können viele Informationen über Auswanderer gefunden werden, die nach 1809 ihre Heimat verließen. Es ist schon erstaunlich, zu welchen Plätzen es die Altvorderen zog.

Der Band drei des Sippenbuches schließt an die beiden Vorläuferbände an, die die Jahre 1517 bis 1668 und 1669 bis 1740 abdecken. Diese stammen von Ernst Löslein. Auch für den dritten Band hatte er Vorarbeiten geleistet. Nach vielen Jahren ist es nun endlich gelungen, dieses Werk zu vollenden. Es bleibt zu hoffen, dass der vierte und letzte Band, der bis zum Jahr 1874 reichen soll, bald erscheint. Allerdings steckt in einem solchen Buch viel Arbeit und die braucht ihre Zeit. Gut Ding will eben Weile haben.

Starkenburger Echo, echo-online, e - 25.8.2007

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Zuletzt aktualisiert am 25.08.2007