Pressespiegel des Heppenheimer Geschichtsvereins

Auf den Spuren alter Gerichtsbarkeit
Geschichte: Zwingenberger und Heppenheimer Verein gehen auf Galgenwanderung - Historische Stätten der Rechtsprechung

HEPPENHEIM. Am kommenden Samstag (15.) lädt der Heppenheimer Geschichtsverein erneut zu einer Galgenwanderung ein. Treffpunkt ist um 14 der Heppenheimer Marktplatz.

Gemeinsam mit dem Zwingenberger Geschichtsverein führt der Rundgang zu den Orten, an denen vor 1800 in Heppenheim Recht gesprochen und Strafen vollzogen wurden. Zu dieser Wanderung sind Gäste willkommen.

Die meiste Zeit seiner 1250-jährigen Geschichte war Heppenheim Sitz eines bedeutenden regionalen Gerichts, dem Centgericht auf dem Landberg. Es war für das ganze Oberamt Starkenburg zuständig und verhandelte vorwiegend Kriminaldelikte. Die Todesstrafen wurden aber nicht am Gerichtsort auf dem Landberg - im Volksmund "der Galgen" - , sondern auf einem Hinrichtungsplatz auf der Gemarkungsgrenze zwischen Heppenheim und Bensheim vollzogen.

Ausgehend vom Marktplatz, ebenfalls Schauplatz des Strafvollzugs - noch heute können am Rathaus die beiden Pranger bestaunt werden - über die Standorte ehemaliger Stadttürme, in denen die Delinquenten inhaftiert waren, und über den Amtshof, wo der Scharfrichter die Folter vollzog, geht es zum Centgericht und schließlich zum Galgenplatz.

An den einzelnen Stationen erläutert Professor Karl Härter, promovierter Rechtshistoriker und Vorsitzender des Heppenheimer Geschichtsvereins, anhand zahlreicher Fälle die Praxis des Gerichts und des Strafvollzugs: Beispielsweise wurden 1751 drei Mitglieder einer "Diebsbande" verurteilt und hingerichtet. Ihre Skelette sind jüngst ausgegraben worden. 1758 fand eine Massenhinrichtung von acht Zigeunern statt. Der letzte Delinquent - Niclas Dörsam aus Hambach - wurde 1799 hingerichtet. Die Teilnehmer erhalten Informationsmaterial mit Bildern, Texten und Auszügen aus den Gerichtsquellen, die ein zusätzliches Bild der damaligen Gerichtsbarkeit vermitteln. Am Ende sorgt dann ein "Galgentrunk", wie er vor 300 Jahren üblich war, für den "rechten" Abschluss.

Starkenburger Echo, echo-online, e - 13.9.2007

siehe auch Ankündigung und Pressespiegel zur Galgenwanderung von 2005

nach oben
Pressespiegel
Veranstaltungen
Home

Zuletzt aktualisiert am 13.09.2007