Pressespiegel des Heppenheimer Geschichtsvereins

Der Hausberg und seine Vergangenheit
Geschichtsverein: Führung zur Flurneuordnung am Schlossberg - Historisch wichtige und sensible Punkte werden angesteuert - Erläuterungen von Karl Härter

Am 27. (Sonntag) lädt der Heppenheimer Geschichtsverein zu einem öffentlichen Rundgang zur Flurneuordnung am Schlossberg ein. Treffpunkt ist um 14 Uhr die Gedenkstätte am Starkenburgweg/Eisenpfad (Synagogengrundstück/Bildstock).

Burg und Berg sind nicht nur ein wirtschaftlich wie kulturell genutzter Raum, sondern sie haben als Wahrzeichen der Stadt eine bewegte Geschichte. Der Geschichtsverein hat daher die Flurneuordnung von Anfang an kritisch und konstruktiv begleitet. Bei der vom Vorsitzenden Professor Karl Härter geleiteten Führung sollen historisch wichtige und sensible Punkte des Schlossbergs angesteuert werden, die von der Flurneuordnung tangiert sind.

So etwa der Eisen- und Mühlpfad mit dem ehemaliger Mühlgraben, von dem noch Reste und kleine Brücken erhalten sind. Wertvolle historische Denkmäler sind auch die Reste der 1938 zerstörte Synagoge und der wenige Meter entfernte Sandsteinbildstock mit Mariendarstellung.

Erhalten ist auch noch als letzter sichtbare Bestandteil der untere Teil der Treppenanlage der Synagoge, an der sich die Architektur Heinrich Metzendorfs ablesen lässt.

Dieses einmalige Ensemble symbolisiert das Miteinander von katholischer und jüdischer Religion und wurde von Wilhelm Mainzer wie folgt beschrieben: "Die Synagoge stand auf einem kleinen Hügel am Rande der Stadt, und man musste bis zum Eingang des Gebäudes noch zwei Dutzend Treppen hinaufsteigen. Auf der Straße, direkt vor dem Treppenaufgang zur Synagoge, stand eine Statue der heiligen Madonna mit dem Kreuz. Aber das störte niemand, weder Juden noch Christen. Jedoch wäre es ein Sakrileg gewesen, die Statue zu entfernen."

Bei der Führung werden weitere historisch wichtige Bereiche angesteuert, so die Zone zwischen Burggut und privaten Gütern. Sie ist im Bereich des nun wieder begehbaren Kirchenpfades durch eine alte Mauer markiert, teilweise überwuchert von den 1830 auf dem Areal des Burggutes gepflanzten Bäumen.

Bereits in einem Weistum des 16. Jahrhunderts wurden die Bewohner der sechs Dörfer verpflichtet, "alle eckher und gärten umbs schloß herumb" einzuzäunen, ausgenommen "das stuckh zaunß zwischen den zweyen mauren am Kirchgarten."

Der Kirchgarten, das heißt die dort gelegenen Weinberge der Kirche, gaben dem Kirchenpfad seinen Namen und Reste der Mauer sind jetzt wieder gut sichtbar. Für solche historischen Orte am Schlossberg sollen bei der Führung Sensibilität und Wissen vermittelt, aber auch die durch die Flurneuordnung erzielten Verbesserungen deutlich gemacht und weitere Anregungen und Vorschläge für die Flurneuordnung gesammelt werden. Bei einem Glas Wein in der Burgschenke können die Eindrücke dann diskutiert werden.

Starkenburger Echo, echo-online, e - 18.7.2008

Reproduktion Merian

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Zuletzt aktualisiert am 9.8.2008