Pressespiegel des Heppenheimer Geschichtsvereins

Symbolträchtige Wende der Revolution von 1848/49
Historie: Geschichtsverein und Altstadtfreunde erinnern am Samstag (30.) mit einer Gedenktafel an "160 Jahre Heppenheimer Gefecht" und die gefallenen Demokraten

HEPPENHEIM. Am 30. Mai 2009 jährt sich zum 160. Mal der Tag des Gefechts von Heppenheim und Hemsbach. Aus diesem Anlass werden der Heppenheimer Geschichtsverein und die Heppenheimer Altstadtfreunde am 30. Mai (Samstag), um 14 Uhr in der Heppenheimer Ehrenmalanlage (Ecke Gräffstraße-Graben) im Beisein von Landrat Matthias Wilkes (CDU) und Bürgermeister Gerhard Herbert (SPD) der Öffentlichkeit eine Gedenktafel vorstellen. Hierzu sind alle Bürger eingeladen, wie Geschichtsverein und Altstadtfreunde in einer Pressemitteilung schreiben.

Die Gedenktafel erinnere an das Heppenheimer Gefecht vom 30. Mai 1849 und die unbekannte Zahl der dabei gefallenen Demokraten beziehungsweise Mitglieder der badisch-pfälzischen Revolutionsarmee. Die Revolutionsarmee hatte versucht, nach Frankfurt am Main vorzustoßen, um das Paulskirchenparlament und die erste freiheitlich-demokratische Verfassung Deutschlands vom 28. März 1849 zu verteidigen, heißt es weiter. Diese Verfassung verwirklichte Prinzipien, die im Oktober 1847 bei der Versammlung in Heppenheim von Liberalen und Demokraten im "Heppenheimer Programm" festgeschrieben worden waren: Freiheit, Einheit, Demokratie und Verfassung Deutschlands waren die Ziele der etwa 5000 Menschen aus Württemberg, Baden, der Pfalz und dem Odenwald, die am 30. Mai 1849 bis vor die Tore Heppenheims kamen. Dort erwarteten sie hessische Truppen, die, statt sich mit ihnen zu verbrüdern, das Feuer eröffneten.

Es kam in der Nähe des Zollhauses (heute Zollhausstraße) zum Gefecht, das sich bis Laudenbach entwickelte. In Hemsbach schlugen die Hessen schließlich die Revolutionsarmee in die Flucht. Damalige Zeitgenossen wie heutige Historiker haben das Gefecht von Heppenheim als symbolträchtigen Wendepunkt der Revolution von 1848/49 bezeichnet: Die letzte Möglichkeit war gescheitert, Verfassung und Parlament zu retten. Die Nationalversammlung in der Paulskirche löste sich einen Tag später auf. Elf hessische Soldaten fielen, für die der Großherzog bald danach in Heppenheim vier Gedenksteine setzen ließ, die noch heute in der Ehrenmalanlage stehen.

Für die gefallenen unbekannten Demokraten - zeitgenössische Angaben reichen von 17 bis 52 - gab es bislang keine Erinnerungstafel. Aus diesem Grund haben der Heppenheimer Geschichtsverein und die Altstadtfreunde eine Gedenktafel gestiftet, die an diejenigen erinnern soll, die am 30. Mai bei Heppenheim für die erste freiheitlich-demokratische Verfassung Deutschlands ihr Leben gaben. Damit soll gerade im Jubiläumsjahr 2009 - 60 Jahre Grundgesetz und Gründung der Bundesrepublik Deutschland, 20 Jahre Fall der Mauer - ein Zeichen für die demokratische Erinnerungskultur Heppenheims gesetzt werden.

Starkenburger Echo, echo-online, e - 20.5.2009

nach oben
Pressespiegel
Veranstaltungen
Home

Zuletzt aktualisiert am 26.9.2009