Pressespiegel des Heppenheimer Geschichtsvereins

Vorbereitungen laufen seit Monaten
600 Jahre Wald-Erlenbach: Am 10. und 11. Oktober wird im Stadtteil kräftig Jubiläum gefeiert - 250 Seiten Dorfchronik

WALD-ERLENBACH. Am 1. Mai 1409 wurde Wald-Erlenbach erstmals urkundlich erwähnt. Klar, dass das 600-jährige Jubiläum des Heppenheimer Stadtteils in diesem Jahr groß begangen werden soll. Am 10. und 11. Oktober (Samstag und Sonntag) wird ganz Wald-Erlenbach auf den Beinen sein und rund um das Dorfgemeinschaftshaus ein großes Fest feiern.

Die Vorbereitungen für diese Veranstaltung laufen bereits seit vielen Monaten. Eine informative Festschrift steht kurz vor der Vollendung. Die Fäden laufen bei Ortsvorsteher Reinhard Mann zusammen, hier gehen die Mitglieder des Arbeitskreises "Chronik" ein und aus, hier stapeln sich die Unterlagen. Um die umfangreichen Planungen und Vorbereitungen für das Großereignis von Anfang an in die richtigen, sprich wohlorganisierten, Bahnen zu lenken wurde eigens eine Jubiläums-GbR gegründet. Ein "Heimatbuch" ist entstanden, das nicht nur die Einwohner von Wald-Erlenbach über deren Geschichte informieren soll. Und die ist wirklich interessant, was ein Blick vorab in den Entwurf des mehr als 250 Seiten umfassenden Buches im DIN-A4-Format zeigt.

Ein Steinmetzdorf war der Ort kurz hinter der Guldenklinger Höhe einst gewesen. Die ersten Steinbrüche wurden um 1920 bewirtschaftet. Mit den Steinbrüchen kamen Italiener und Bayern, seinerzeit gute und bekannte Steinmetze. Einige blieben mit ihren Familien bis heute im beschaulichen Ort wohnen, was die italienischen Familiennamen im Namensverzeichnis beweisen.

Eines der bekanntesten Werke der Wald-Erlenbacher Steinmetzkunst ist die "Suppenschüssel": Giovanni Mazzucco schuf 1891 dieses 15 Tonnen schwere Gebilde mit einem Durchmesser von 4,15 Metern aus einem Findling. Noch heute ziert das Werk als Brunnen die Ortschaft Steinklingen. Ursprünglich gedacht war die "Suppenschüssel" für die Wasserspiele rund um den Wasserturm in Mannheim. Allerdings hatten die Auftraggeber nicht daran gedacht, dass die Brücken auf dem Weg dorthin für den Transport des Findlings nicht stabil genug waren. Und so hat das Werkstück den Odenwald nie verlassen.

Nachlesen können wird man in der Chronik auch allerhand über die Landwirtschaft, die das Ortsbild einst so prägte. Von sieben Gehöften wird heute allerdings nur noch eines bewirtschaftet. Wissenswertes und vor allem schöne Fotos von anno dazumal gibtís auch zum Thema "Schule". Das älteste Klassenbild ist von 1909. Nicht alle Schüler konnten bis dato identifiziert werden. Vielleicht besteht ja bei der großen Fotoausstellung Gelegenheit, Neues über die Vorfahren zu erfahren und Wissen auszutauschen. Darüber hinaus erfährt der Leser etwas über die Wasserversorgung des Stadtteils, über die Flur- und Straßennamen, die Geschichte des Ortsbeirates und die alte Heilquelle. Nicht fehlen dürfen alte Spukgeschichten.

Auch über die Geschichte der Wald-Erlenbacher Vereine, den Kirchenbau, den Schutzpatron St.Wendelinus und vieles mehr wird nachzulesen sein. An der Chronik über den Stadtteil haben übrigens in einem Arbeitskreis unter anderem Professor Karl Härter, Vorsitzender des Geschichtsvereins Heppenheim, sowie Michael Fettel, Sohn des ehemaligen Wald-Erlenbacher Schullehrers Fritz Fettel, mitgewirkt. Auch Manfred Bräuer und Dieter Schnabel vom Geschichtsverein waren dabei. Hinzu kamen Beiträge von Dr. Winter, Wilhelm Metzendorf, Elisabeth Bräuer, Fotos, Zeichnungen und Berichte von Wald-Erlenbachern.

Starkenburger Echo, echo-online, rid - 25.9.2009

600 Jahre Wald-Erlenbach
Das Programm der Jubiläumsveranstaltung

Auf die Besucher der Jubiläumsveranstaltung für Wald-Erlenbach am 10. Und 11. Oktober wartet ein umfangreiches und unterhaltsames Programm. Begonnen wird am Samstag (10.) um 16 Uhr mit einem Sektempfang und der großen Bilderausstellung (über 400 Fotos und Zeichnungen) im Dorfgemeinschaftshaus. Ab 18 Uhr wird das zweitägige Programm musikalisch durch den Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Wald-Erlenbach und den Sängerkreis der Kulturgemeinde eröffnet. Die Festreden von Professor Karl Härter ("Vom Hubendorf zum Heppenheimer Stadtteil") und Michael Fettel ("Steinhauer- und andere Geschichten aus Wald-Erlenbach") geben einen kurzen Abriss der jahrhundertelangen Geschichte des Stadtteils. Mario Böhm begleitet die Gäste mit Tanzmusik musikalisch durch den Abend.

Am Sonntag (11.) werden die Stadtteilbewohner bereits morgens früh um 7.30 Uhr musikalisch geweckt. Um 9.30 Uhr findet ein ökumenischer Gottesdienst im Festzelt statt, anschließend führen die Kindergarten-Kinder der "Pfalzbach-Wichtel" etwas auf. Die Musikkapelle Hambach unterhält beim folgenden Frühschoppen die Gäste. Für Mittagessen und Nachmittagskaffee ist selbstverständlich auch gesorgt.

Den ganzen Nachmittag über laufen Ausstellung und Vorführungen des örtlichen Handwerks. Der Hanomag-Club Mittershausen zeigt Landmaschinen von anno dazumal, Steinmetz, Hufschmied, Zimmerleute, Landwirte, Landfrauen und Imker bieten Eindrücke von ihrem handwerklichen Geschick. Da werden Pferde beschlagen, es wird Stein gespalten und Quetschlatwerge eingekocht. Die Kinder dürfen sich auf einen Streichelzoo freuen. Bei schönem Wetter sind Ausfahrten mit der Pferdekutsche geplant.

Und natürlich wird es auch das informative Festbuch zu kaufen geben. Darüber hinaus hat die gebürtige Wald-Erlenbacherin Gabriele Knebl nach der Vorlage historischer Fotografien zahlreiche Zeichnungen angefertigt, die nicht nur in der Ausstellung zu bewundern sind: Man kann sie auch in Form eines Kalenders mit nach Hause tragen.

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Starkenburger Echo, echo-online, rid - 25.9.2009

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Zuletzt aktualisiert am 25.9.2009