Pressespiegel des Heppenheimer Geschichtsvereins

Tänze, Musik und Familienkunde
Haus der Vereine: Bunt gemischtes Programmangebot beim Sommerfest - Sogar etwas karnevalistische Stimmung

Ein Hauch karnevalistischer Stimmung kam auf, als sich am Sonntagnachmittag beim traditionellen Sommerfest der im "Haus der Vereine" beheimateten Gruppierungen Bottschlorums-Elferratspräsident Wolfgang Blanck die Narrenkappe aufsetzte und in bester Büttenmanier die Bürgermeisterwahl in Heppenheim glossierte. Der Zufall wollte es, dass just zu diesem Auftritt das amtierende Stadtoberhaupt Gerhard Herbert (SPD) und in persona von Rainer Burelbach (CDU) dessen wohl aussichtsreichster Gegenkandidat eintrafen. Kurz zuvor hatte sich mit Christopher Hörst der dritte Mann des Bewerber-Quartetts verabschiedet.

Auf eine ähnliche "Invasion" von Titelverteidiger und Herausforderern sollten sich Heppenheimer Veranstalter bis zur Wahlentscheidung im März 2011 schon mal einstellen. Im Wahlkampf ist Präsenz oberste Pflicht. Wie es nach dem Urnengang weitergeht, steht allerdings auf einem anderen Blatt.

Blanck, der bekanntlich auch eine närrisch scharfe Klinge zu schlagen versteht, war indessen äußerst behutsam mit den Herren umgegangen. Beschreibung für den (vorläufig) letzten der bekannten vier Kandidaten: "Ich zeig´, wie´s geht - ich bin Euer bester Berater. Auf, los geht´s - das Hepprumer Kaspertheater." Nur Kaffeesatzleser werden in dem Wortspiel eine Gehässigkeit erkennen können.

Einziger Spielverderber des Tages war Petrus. Kaum, dass die von Wolfgang Blanck moderierte Auftrittsfolge beendet war, zogen dunkle Wolken über dem Freigelände auf und warfen ihre nasse Fracht ab. Zeltplanen boten zwar Schutz, konnten der vorher guten Stimmung naturgemäß aber nicht förderlich sein. Rund 150 Gäste hatten sich bis dahin bestens unterhalten lassen. Begrüßt wurden sie von Henner Kaiser. Der Vorsitzende von Heppenheims Kulturgemeinschaft ist zugleich wichtigster Ansprechpartner für Sponsor Gerhard Röhrig, dem Besitzer der Immobilie.

Dass im Haus der Vereine gute Arbeit geleistet wird, offenbarte das bunte Programm, das mit einem Querschnitt aus dem breitgefächerten Repertoire der Stadtkapelle eingeleitet wurde. Dirigent Wilco Grooteboer und seine Instrumentalisten durften sich ebenso über Beifall freuen wie mehrere Formationen des Bauchtanzvereins Salomé und die Square Dancer der Gracy Pink Cadillacs. Die dreißig Aktiven der Gruppe sind erst 2009 ins Haus der Vereine eingezogen, haben sich dort aber schon bestens eingelebt.

Von Anfang an dabei ist hingegen die Fastnachtsgesellschaft Bottschlorum (FGB), die sowohl im übertragenen als auch im tatsächlichen Sinne die Puppen tanzen ließ. Die Auftritte des Purzel- und Krümelballetts führten vor Augen, mit welcher Begeisterung der Nachwuchs bei der Sache ist. Einstudiert hatten die Tänze Stephanie Zehe, Tanja Berghöfer und Silke Wanzel.

Einen Programmbeitrag ganz anderer Art lieferte der ebenfalls im Haus der Vereine heimisch gewordene Geschichtsverein. Mehrere Festbesucher schauten bei ihm vorbei und machten sich mit Hilfe der Heppenheimer Sippenbücher über die Wurzeln ihrer familiären Herkunft kundig.

Interesse rief außerdem das Duplikat eines sogenannten "Einblattdrucks" hervor. Das historisch interessante und mit mehreren Illustrationen versehene Dokument stammt aus dem Jahr 1621, in dem der spanische General Spinola die Bergstraße für den Katholizismus zurückeroberte. Heppenheimer Lokalpatrioten wird es bis ins Mark treffen, dass in dem Papier Nachbar Bensheim als die "Hauptstadt in der Bergstraße" bezeichnet wird. Was es damit genau auf sich hat, wird der Vorsitzende des Geschichtsvereins, Karl Härter, in der nächsten Ausgabe der "Starkenburg", einer heimatkundlichen Beilage im ECHO, erläutern.

Starkenburger Echo, echo-online, fk - 17. August 2010

nach oben
Pressespiegel
Veranstaltungen
Home

Zuletzt aktualisiert am 29.8.2010