Pressespiegel des Heppenheimer Geschichtsvereins

Auf den Spuren von Reisenden und Gästen
Tag des offenen Denkmals: Am 12. September gibt es eine Führung zum Posthof, Halben Mond und zum Bahnhof

Zum Tag des offenen Denkmals (Sonntag, 12. September) laden die Heppenheimer Altstadtfreunde und der Geschichtsverein in Kooperation mit dem Museum alle Interessierten zu einer öffentlichen Führung ein. Sie beginnt um 14 Uhr am Heppenheimer Bahnhof, von wo aus Volker Scheller und Karl Härter etwa zwei Stunden den Spuren von Reisenden und Gästen in Heppenheim folgen werden. Im Mittelpunkt stehen Bahnhof, Halber Mond und der ehemalige Thurn und Taxische Posthof, denn dort kamen Reisende in Heppenheim an oder übernachteten.

Heppenheim erhielt bereits im 16. Jahrhundert mit der Poststation im ehemaligen Posthof und dem Halben Mond wichtige Einrichtungen beziehungsweise Gebäude, die dem Reiseverkehr und der Beherbergung von Gästen dienten. Im 18. und 19. Jahrhundert avancierte die Stadt an der Bergstraße darüber hinaus zu einem attraktiven Anziehungspunkt für Reisende und Gäste.

Erläutert wird nicht nur Geschichte der Gebäude, sondern anhand von zahlreichen alten Bildern, Materialien und einem Modell des Posthofs können sich die Teilnehmer ein anschauliches Bild von den zahlreichen Veränderungen machen. So hat der von dem bekannten Architekten Georg Moller konzipierte und 1846 in Betrieb genommene Bahnhof erhebliche Veränderung durchgemacht. Dennoch ist auch vieles erhalten geblieben, so dass Heppenheim eines der wenigen noch erhaltenen Bahnhofsgebäude der frühen deutschen Bahnlinien besitzt.

Auch der Halbe Mond hat viele Veränderung durchgemacht, wie die zahlreichen Postkarten zeigen, die bei der Führung als vergrößerte Bilder gezeigt werden. Ganz verschwunden ist der Posthof: dessen Ausmaße und historische Bedeutung können die Teilnehmer ebenfalls an vergrößerten Bildern und dem von Dieter Ehret angefertigten Modell ablesen.

Dazu wird Interessantes, Witziges und Kurioses aus alten Büchern und Briefen berichtet, in denen sich Bemerkungen zu Heppenheim finden. Beispielsweise kann man die von Pfister in den "merkwürdigen Criminalfällen" und Johann Luft in seinen Novellen und Erzählungen erzählte Geschichte der silbernen Löffel hören, die ein gewisser Grandjean im Halben Mond mitgehen ließ, in dem er übernachtete, um am nächsten Tag mit der Postkutsche weiter zu reisen.

Kein geringerer als Goethe notierte 1797 über den Posthof: "In der Gegend von Heppenheim ist man mit der Ernte wohl zufrieden. Zwey schöne Ochsen die ich beim Postmeister sah, hatte er im Frühjahr für 23 Carolin gekauft, jetzt würden sie für 18 zu haben seyn. Die Kühe sind im Preise nicht gefallen. Wegen Pferdemangel fuhren wir erst halb sechs von Heppenheim weiter."

Sogar der berühmte Freiherr von Knigge schreibt, dass er im Posthause in Heppenheim ein leichtes Mittagsmahl verzehrte und dazu eine gute Flasche Wein leerte - womöglich hat sie ihn zu seinen bekannten "Benimmregeln" inspiriert.

Die Führung endet im Wappensaal des Kurmainzer Amtshof, wo das Modell des Posthofs und zahlreiche vergrößerte alte Bilder ausgestellt sind.

Anschließend kann auf den Spuren des Freiherren von Knigge und vieler anderer Reisender, die Heppenheim besuchten, im Gewölbekeller von Kellermeister Weber in der Amtsgasse noch ein Glas Wein genossen werden.

Starkenburger Echo, echo-online, e - 31. August 2010

Reisende im Heppenheimer Wirtsgarten Zum Halben Mond

Lang, lang istís her: Gäste und Reisende im Heppenheimer Wirtsgarten Zum Halben Mond um 1840, festgehalten auf einem Stahlstich von Lambert/Umbach.

Starkenburger Echo, echo-online, 31. August 2010 - Foto: Privat

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Zuletzt aktualisiert am 11.9.2010