Pressespiegel des Heppenheimer Geschichtsvereins

Neue Geschichtsblätter für den Kreis Bergstraße

Die Arbeitsgemeinschaft der Heimat- und Geschichtsvereine im Kreis Bergstraße hat in Bensheim den 45. Band der Geschichtsblätter vorgestellt. Auf 316 Seiten sind 18 Beiträge erschienen. Schwerpunkt sind Rückblicke auf die Zeit um 1012, als viele Gemeinden im Kreis Bergstraße in einer Urkunde im Lorscher Codex erwähnt wurden. Die Geschichtsblätter enthalten Beiträge des Heppenheimer Rechtshistorikers Karl Härter über eine Urkunde aus dem Lorscher Codex, in dem 1012 die Mark Heppenheim beschrieben wurde und von Dieter Emrich über das Stadtwappen von Heppenheim. Johannes Chwalek hat über das "Bischöfliche Knabenkonvikt Bensheim" geschrieben, das heute als Rathaus genutzt wird. In diesem Beitrag verschweigt der Autor nicht die dunklen Kapitel. Auch in diesem Konvikt soll es zum Missbrauch von Kindern und Jugendlichen gekommen sein. Die Geschichtsblätter erscheinen jeweils am Ende eines Jahres mit Unterstützung des Landes Hessen, des Kreises Bergsraße sowie seiner Städte und Gemeinden und einzelner Institutionen. Heidi Adam, die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft, wies darauf hin, dass der Kreis Bergstraße 2013 auf 75 Jahre seiner Gründung zurückblickt. Die erste von mehreren Jubiläumsveranstaltungen beginnt am 26. Januar (Samstag) um 17 Uhr im Alten Kurfürstlichen Gymnasium (AKG) in Bensheim. Dort spricht Professor Härter über die "historisch-kulturelle Identität des Kreises Bergstraße".

Starkenburger Echo, echo-online, ai - 8.12.2012

Gäste, Redaktion und Autoren bei der Buchpräsentation

Gäste, Redaktion und Autoren bei der Buchpräsentation

Foto: Manfred Bräuer

Geschichtsblätter - 45. Band führt tausend Jahre zurück und in die Gegenwart

"Wir sind stolz auf diesen Band, denn wir legen immer noch Wert auf ein gutes Buch", sagte Heidi Adam, die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft. Sie versuchte die 50 Zuhörer im großen Sitzungssaal des Bensheimer Rathauses zurückzuversetzen in die Zeit vor 1000 Jahren. Wichtiger als zu leben war das Überleben, sagte sie. Geschrieben haben die Mächtigen und die Mönche in den Klöstern.

Das war das Stichwort für Professor Karl Härter. Er erzählte in einem spannenden Vortrag vom Streit um die Jagdrechte zwischen dem Wormser Bischof Burchard und dem Lorscher Abt Poppo. Jagdgebiete, das waren im Mittelalter Machtgebiete.

Die Urkunde, in der Beedenkirchen, Reichenbach, Schönmattenwag, Abtsteinach und andere Orte sowie die Namen von Flüssen erwähnt werden, schreibt als Lorscher Wildbann die Grenzen der Marken Heppenheim und Ladenburg. Der Kreis Bergstraße wird im nächsten Jahr 75 Jahre alt. Doch im Prinzip wurde im Lorscher Wildbann 1012 und in späteren Notizen der Mönche das Territorium markiert, das in groben Zügen den Kreis beschreibt. "Die Strukturen der Mark Heppenheim sind bis heute maßgeblich. Sie sind prägend für den Raum, in dem wir heute leben dürfen", sagte Härter.

Der Heppenheimer Rechtshistoriker fügte seinen Thesen eine neue Theorie über den Namen des Dorfes Beedenkirchen hinzu, seit 1972 ein Teil der Gemeinde Lautertal. Als dieser Name im elften Jahrhundert zum ersten Mal im Lorscher Codex erschien, gab es dort keine Kirche. Erst im 15. Jahrhundert wurde eine Kapelle gebaut. Härter geht deshalb davon aus, dass die Bürger nach der Gründung dieser Siedlung für die Klosterkirche in Lorsch gespendet haben, wie es damals üblich war, um das Seelenheil zu erlangen. "Beede" ist ein altdeutsches Wort für Abgabe. Das Wort "Bitte" wird daraus abgeleitet.

Die Geschichtsblätter enthalten auch den Beitrag von Dieter Emrich über das Stadtwappen von Heppenheim. Johannes Chwalek hat über das "Bischöfliche Knabenkonvikt Bensheim" geschrieben, das heute als Rathaus genutzt wird. In diesem Beitrag geht der Autor auf die dunklen Seiten dieses Kapitels Heimatgeschichte ein. Auch in diesem renommierten Konvikt, in dem die christlichen Werte und die Werte des Humanismus hochgehalten wurden, soll es jahrelang zum Missbrauch von Kindern und Jugendlichen gekommen sein.

Starkenburger Echo, echo-online, ai - 10.12.2012

Dr. Karl Härter bei seinem Vortrag

Dr. Karl Härter bei seinem Vortrag

Foto: Manfred Bräuer

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Zuletzt aktualisiert am 28.12.2012