Pressespiegel des Heppenheimer Geschichtsvereins

Aus der Heimat in die Fremde
Geschichtsverein – Thema Ein- und Auswanderung bei Treffen am Mittwoch (12.)

„Ich kann den Blick nicht von euch wenden“, beginnt Ferdinand Freiligraths Gedicht „Die Auswanderer“. Das Thema Einwanderung und Auswanderung in Heppenheim zwischen 1650 und 1900 ist das Thema des Stammtischs Heppenheimer Geschichte(n), zu dem der Heppenheimer Geschichtsverein einlädt. Er beginnt am Mittwoch (12.) um 20 Uhr im Nebenzimmer des Restaurants „Athen“, Wormser Tor.

Im Mittelpunkt stehen die Wanderungsbewegungen aus und nach Heppenheim. Hermann Müller, Vorstandsmitglied des Heppenheimer Geschichtsvereins, gibt eine Einführung in dieses Thema. Er beschäftige sich schon seit vielen Jahren mit diesem Gebiet der Heimatgeschichte, heißt es in einer Pressemitteilung des Geschichtsvereins. Zahlreiche Bilder werden seine Ausführungen auflockern. Dann sollen und können Teilnehmer des Stammtisches mit eigenen Geschichten und Material zu diesem Thema beitragen.

Aus- und Einwanderung hat es in und um Heppenheim schon immer gegeben. Nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges mit seinem großen Bevölkerungsverlust, wanderten zahlreiche Neubürger ein. Sie kamen besonders aus der Schweiz und Tirol sowie aus Luxemburg und Brabant. Aber so manchen zog es auch aus der Heimat in die Ferne. Südosteuropa war das Ziel so mancher Heppenheimer. Oft genug mussten sie das Land heimlich verlassen, denn die Obrigkeit hatte zahlreiche Hürden aufgebaut. In Guttenbrunn finden sich viele Heppenheimer in den Kirchenbüchern. Manch einer kehrte auch enttäuscht zurück.

Viele Hürden vor der Auswanderung

Im frühen 19. Jahrhundert setzte dann verstärkt die Auswanderung nach Nord- und Südamerika ein. Hungersnöte, Armut, Ausweglosigkeit waren Triebfedern, die Heimat zu verlassen. Auswandererbriefe aus jener Zeit seien eine interessante Lektüre. So mancher junge Bursche verschwand bei Nacht und Nebel über den „Großen Teich“, denn nach wie vor gab es offizielle Hindernisse vor der Auswanderung. So musste beispielsweise der Militärdienst abgeleistet sein. Im Verordnungs- und Anzeigeblatt für den Kreis Heppenheim häuften sich Anzeigen der Agenten, die versprachen, Interessenten sicher nach Amerika zu bringen. Zur damaligen Zeit eine nicht ungefährliche Reise auf kleinen Segelschiffen. Daneben gab es aber wieder Einwanderer in die Region. Die aufblühende Hartsteinindustrie führte zum Zuzug von Fachkräften aus Bayern und Italien. Italiener waren auch am Bahnbau in Deutschland beteiligt, wie Mark Twain bei seiner berühmten Fahrt auf dem Neckar feststellte. Italienisch klingende Namen fanden sich so schon vor den sechziger/siebziger Jahren im Heppenheimer Adressbuch.

Pressemitteilung / Starkenburger Echo / echo-online.de hjb - 10. Juni 2013

Mit Sack und Pack auf den Wagen zogen Menschen um. Der Scherenschnitt der Künstlerin Helga Borngässer-Geyl nach einer Radierung von Daniel Chodowiecki (1726 – 1801) zeigt eine bäuerliche Einwanderergruppe aus dem Alpenraum.

Bild: aus der Sammlung Müller

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