Der Heppenheimer Geschichtsverein lädt ein:

Dienstag, 31. Oktober 2006
Historische Fakten und Mythos
Geschichtsverein: Stammtisch zu Heppenheimer Geschichte(n) beschäftigt sich am Dienstag mit den Nibelungen

HEPPENHEIM. "Von dem Brunnen, da Sigfrid wart erslagen / sult ir die rechte Märe hören sagen." Um den recht zweifelhaften Ruhm, der Ort zu sein, an dem einst der finstere Hagen den strahlenden Helden Siegfried mit dem Speer ermordete, streiten sich zahlreiche Gemeinden. Das Rätsel wird wohl auch nie gelöst werden.

Trotzdem unternimmt der Heppenheimer Geschichtsverein den Versuch, die Debatte um das "Nibelungenland" von der geschichtlichen Seite her zu beleuchten. Er lädt daher alle interessierten Bürgerinnen und Bürger am kommenden Dienstag (31.) um 20 Uhr in die Gaststätte "Zum Boosenhof" zu einem weiteren Stammtisch Heppenheimer Geschichte(n) ein. Rahmenthema bilden diesmal die Nibelungen und die Bezüge zu Heppenheim.

Über die Nibelungen ist in der letzten Zeit viel diskutiert und berichtet worden. Doch was sind die historischen Fakten dahinter? Hat das Nibelungenlied, das in einer von vielen Versionen in Worms und Umgebung spielt, einen historischen Hintergrund? Und falls nicht, welche Bedeutung haben Nibelungenlied und Nibelungenmythos für die Geschichte unserer Gegend und für Heppenheim im Besonderen? Zu solchen und vielen anderen Fragen um die Nibelungen möchte der Heppenheimer Geschichtsverein einen kleinen Beitrag zur historischen Aufhellung leisten.

Hierzu wird das Mitglied Siegfried Eschborn (zugleich Vorsitzender des Museumsvereins Bensheim) in einem Kurzvortrag das Nibelungenlied und die darin genannten hiesigen Orte vorstellen. Auch der Heppenheimer Siegfriedbrunnen soll zur Sprache kommen: Dieser in der Nähe von Langnese gelegene Brunnen - 1764 noch ein "öder Platz unter den drei Linden" - wurde 1931 kurzerhand zum Siegfriedbrunnen umgetauft und bildet ein schönes Beispiel für die Wiederbelebung des Nibelungenmythos.

Die neueste Stadtgeschichte von Worms, die ebenfalls kurz vorgestellt werden soll, bietet hierzu einen profunden Überblick, der die spärlichen Fakten von den vielen Mythen um die Nibelungen trennt und die Ende des 19. Jahrhunderts einsetzende und in der Zeit des Nationalsozialismus vorangetriebene Vermarktung anschaulich schildert.

Auch in Heppenheim spielte der Nibelungenmythos zeitweise eine Rolle, und alle Heppenheimer sind herzlich eingeladen, ihre "Nibelungengeschichten" zu erzählen oder hierzu alte Quellen, Bilder und Materialien vorzustellen. In entspannter Atmosphäre möchte der Heppenheimer Geschichtsverein so die Möglichkeit bieten, im lockeren Gespräch Geschichte und Geschichten rund um Heppenheim und den Nibelungenmythos zu diskutieren, um damit auch etwas Licht in das Dunkel der Nibelungen zu bringen.

Darmstädter Echo - e, 26.10.2006

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Zuletzt aktualisiert am 26.10.2006