Der Heppenheimer Geschichtsverein lädt ein:

Tag des offenen Denkmals, Sonntag, 13.9.2009
Führungen zu historischen Gaststätten und Orten des Genusses in Heppenheim

Die Heppenheimer Altstadtfreunde und der Geschichtsverein laden alle Heppenheimer Bürgerinnen und Bürger wieder zu kostenlosen Führungen am Tag des offenen Denkmals ein, der am Sonntag, den 13. September stattfindet. Das allgemeine Thema dreht sich dieses Jahr um "historische Orte des Genusses". Und solche Orte hatte Heppenheim zahlreiche aufzuweisen: In und um die ehemaligen Adelshöfe fanden typische Vergnügungen des Adels statt, insbesondere Feste mit Musik, Tanz, Trinken und Kartenspielen.

Im Kurmainzer Amtshof und im repräsentativen Kurfürstensaal traf sich nicht nur der lokale Amtsadel, sondern gelegentlich fanden sich hier Fürsten und Kurfürsten zusammen. So z. B. im Jahr 1612 anlässlich der Wahl von Kaiser Matthias; und dann wurde auch kräftig gefeiert. Die Bürger vergnügten sich dagegen lieber in den zahlreichen Gaststätten, den zentralen Ortes des Genusses, zu denen selbstverständlich auch der hiesige Wein und die heimischen Gerichte gehörten. Heppenheim hat also zahlreiche historische Orte des Genusses aufzuweisen, zu denen es am Sonntag zwei Führungen gibt. Los geht es zunächst um 11 Uhr im Kurmainzer Amtshof. Dort werden Hans Schupp und Karl Härter für die "Arbeitsgruppe Kurmainzer Amtshof" den Kurfürstensaal als Ort des adligen Genusses vorstellen. Hans Schupp präsentiert auf der Basis seines neuen Buches vor allem die kurfürstliche Kapelle und die Engelsfresken. Denn adliger Genuss musste selbstverständlich in einem entsprechenden Ambiente stattfinden. Karl Härter wird ergänzend auf die politisch-repräsentative Funktion des Amtshofes eingehen, in dem – wie erwähnt – Adelsversammlungen stattfanden, zu denen auch Feste und "verfeinerte" Genüsse gehörten.

Um 14 Uhr beginnt dann auf dem Markplatz eine gemeinsame Gaststättenführung der Altstadtfreunde und des Geschichtsvereins, die Volker Scheller und Karl Härter durchführen. Gab es in Heppenheim doch bereits 1668 sechs offizielle so genannte Schild- und noch mehr Heckenwirtschaften. Einige befanden sich wie heute noch am Markplatz. So z. B. der Goldene Engel, einst die Zunftherberge, in der die Handwerker ihren speziellen Genüssen und Bräuchen huldigten. Es geht dann weiter zu anderen typischen ehemaligen oder noch bestehenden Gaststätten und Heckenwirtschaften. Dabei gibt es auch Informationen zu den diversen Genüssen und zur Heppenheimer Gasthausordnung von 1616. Denn mancher Genuss war beschränkt oder verboten, wie das Trinken von auswärtigen Weinen.

Dafür bieten der Goldene Engel, der Boosenhof und der Winzerkeller den ganzen Tag über besondere Gerichte nach historischen Kochrezepten an. Nach dem "Buoch von guoter Spise" hat beispielsweise der Goldene Engel "Heidenische kuchen" (Rindfleischtaschen) zubereitet, die einen besonderen Genuss versprechen.

Auch der Amtshof wird nochmals kurz angesteuert. Dort erwartet die Teilnehmer eine kleine Ausstellung mit zahlreichen, vergrößerten Fotografien und Postkarten alter Heppenheimer Gasthäuser, die Dieter Schnabel zur Verfügung gestellt hat. Die Führung endet schließlich nach etwa eineinhalb Stunden in der ältesten Heppenheimer Gaststätte (bereits 1668 genannt), in welcher der alte Gewölbekeller besichtigt wird. Nach Abschluss des "offiziellen Genusses" darf dann anschließend in der Straußwirtschaft von Jürgen Weber im Gewölbekeller oder bei Walter Gehrig im Schildwirthaus "Zum Hirsch" beim gemütlichen Beisammensein den wahren Genüssen zugesprochen werden.

Führung 11 Uhr, Kurmainzer Amtshof und Kurfürstensaal als Orte adligen Genusses (Hans Schupp/Karl Härter)

Führung 14 Uhr, Markplatz, Heppenheimer Gaststätten als Orte bürgerlichen Genusses (Karl Härter/Volker Scheller)

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Zuletzt aktualisiert am 6.9.2009