Wo früher das Wasser floss: Bäche, Flüsse und Seen um Heppenheim in historischen KartenVortrag am 22.1.2012 beim NABU-Ortsverband Heppenheim Manfred Bräuer und Karl Härter - beide Mitglieder im Heppenheimer Geschichtsverein - zeigen und erläutern unter dem Motto "Wo früher das Wasser floss" anhand alter Karten und Bilder die historischen Veränderungen der Kulturlandschaft zwischen Odenwald und Ried. Der Heppenheimer Geschichtsverein sammelt nicht nur alte Karten, sondern Bräuer und Härter haben diese als historische Quellen ausgewertet und bereits in zahlreichen Vorträgen in der Region Bergstraße vorgestellt. Der Schwerpunkt des Vortrags am Sonntag, dem 22. Januar, 18 Uhr, in der Gaststätte "Zum Kupferkessel" (Vereinshaus) liegt auf den Gewässern: den Bächen, Flüssen, Seen und Entwässerungsgräben. Wasser war für die Gründung unserer heutigen Gemeinden lebenswichtige Voraussetzung. So wurde Heppenheim nicht nur direkt an am Stadtbach gegründet, der die Wasserversorgung sicherte, sondern unmittelbar benachbart waren auch der Hambach und der Erbach. Auch im Lorscher Codex werden zahlreiche Wasserläufe erwähnt. Besondere Berücksichtigung findet die Weschnitz als Heppenheimer Grenzfluss. Bäche und Flüsse konnten jedoch ebenfalls zu einer Bedrohung werden: Überschwemmungen suchten Heppenheim noch im 20. Jahrhundert mehrfach heim; das Ried war meist überschwemmt und ähnelte teilweise einem Sumpf. Die Themen Hochwasserschutz, Ent- und Bewässerung sind im hessischen Ried heute so aktuell wie in den vergangenen Jahrhunderten. Um das Wasser zu zähmen und Acker- sowie Siedlungsland zu gewinnen, griffen Menschen seit der Besiedlung unserer Region in die Wasserläufe ein, begradigten diese, legten Gräben, neue Wasserläufe oder gar Seen an, bauten Brücken und veränderten damit die Kulturlandschaft. Diese Veränderungen und Eingriffe spiegeln sich seit dem 16. Jahrhundert in alten Karten, die oft Überraschendes zu früheren Bach- und Flussläufen oder heute nicht mehr vorhandenen Seen zeigen. Heppenheim und seine Umgebung mit den dazugehörigen Gewässern tauchen seit 1513 in Landkarten auf und bis zum 19. Jahrhundert wurden die Gewässer immer detaillierter und genauer dargestellt, so dass sich Veränderungen und Funktionen gut rekonstruieren lassen. Die beiden Vortragenden werden darüber hinaus auch die vielfältigen Funktionen der Gewässer um Heppenheim anhand solcher Themen wie Wasserläufe und Grenzen, Fischzucht im längst verschwundenen Lorscher See, Energiegewinnung durch Mühlen und Wassernutzung zu Verteidigungszwecken beleuchten. Zu dem Vortrag sind alle Bürgerinnen und Bürger herzlich eingeladen; der Eintritt ist frei. |
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Zuletzt aktualisiert am 14.1.2012