Demotrainingseinheiten zum Erlernen der 3:3-Deckung
Als Demo-Mannschaft fungierte eine Woche lang eine weibliche B-Jugend (drei Trainingseinheiten). Ziel war es, der Mannschaft eine offensiv ausgerichtete 3:3-Deckung näher zu bringen. Die Einheiten wurden im Rahmen einer Vereinstrainer-Fortbildung gehalten und die Nachbesprechung mit einigen Vereinstrainern vorgenommen.
Die Trainerfortbildung in den Vereinen ist im übrigen ein weiterer Service des HLZ für interessierte Vereine. Auf Wunsch geht ein HLZ-Trainer auch über eine längere Zeit (vier Wochen) in einen Verein und trainiert dort eine Mannschaft. Dieser Anschauungsunterricht und die anschließende Besprechung mit den Vereinstrainern bringt zum einen den Spielerinnen und Spielern Abwechslung und zum anderen den Trainern neue Anregungen. Interesse: Einfach eine Mail mit den Wünschen ans HLZ.
1. Trainingseinheit (Dauer 2 Stunden)
1. Aufwärmen (insgesamt ca. 25 Minuten)
Partnerweise zwei Bälle, acht Bahnen passend
laufen
Parteiball, Variation: Ohne Prellen,
Pflichtprellen, Paßvariationen, Spielfeldgröße
Gymnastik (ca. 10 Minuten): Dehnen und Kräftigen
2. Koordination (ca. 20 Minuten)
- Jeder einen Handball und einen Tennisball (die Übungen stets über zwei Bahnen):
- Tennisball wird geprellt, Handball am Fuß
geführt (und umgekehrt).
- Beide Bälle werden geprellt 1) abwechselnd 2)
gleichzeitig
- Beide Bälle werden abwechselnd gegen eine Wand
geworfen, so daß sie indirekt zurückkommen.
- Tennisball wird geprellt, der Handball am Fuß geführt, auf Pfiff wird der Handball mit 1) dem Fuß 2) dem Knie 3) dem Ellbogen 4) dem Kopf 5) durch Setzen gestoppt
- Zu zweit zwei Bälle, Aufstellung gegenüber (Abstand ca. Sechs Meter)
- Gleichzeitiges Passen beider Bälle (ohne
indirekte Pässe)
- Ein Partner hat beide Bälle: der erste Ball
wird indirekt, der zweite direkt als Druckpaß gespielt, so daß
sie aber gleichzeitig beim Partner ankommen.
- Der erste Partner wirft seinen Ball hoch, spielt
einen schnellen Doppelpaß mit dem Partner und fängt seinen Ball
wieder
- Beide Partner prellen aufeinander zu, prellen in der Mitte sich gegenseitig den Ball heraus und gehen rückwärts in die Ausgangsposition zurück (Wichtig: Der Ball wird heraus-, nicht vom Partner zugeprellt)
3. Torhüter einwerfen (ca. 15 Minuten bei zwei Torhütern)
Alle Spieler stehen auf der Mitte und werfen dem Torhüter in Kopfhöhe auf die Hände. Nach dem Wurf gehen sie direkt auf Linksaußen, wo der Trainer sie aus der Ballkiste anspielt: Laufwurf lang hoch. Anschließend wieder von der Mitte in Fußnähe des TW. Danach von Linksaußen erneut lang hoch im Laufwurf.
Im dritten Durchgang abwechselnd Sprungwürfe rechts hoch, Laufwürfe links flach, von LA nun Sprungwurf lang flach (schlechterer Winkel als zuvor). Im vierten Durchgang abwechselnd Sprungwürfe links hoch, Laufwürfe rechts flach, von RA erneut Sprungwurf lang flach.
Von der Mitte beidbeiniger Absprung nur hoch, Absprung mit dem "falschen" Bein nur flach, Absprung mit dem "richtigen" Bein nur durch die Beine des TW. Der TW muß dabei auf die diversen Signale reagieren. Davon insgesamt drei Durchgänge, so daß jede Spielerin einmal jede Variation durchführen muß.
4. Hinführung zum Trainingsziel (Übungen durch die große Gruppe auf zwei Tore; ca. 15 Minuten)
- Offensive 1:1-Abwehr im Trichter (ca. ab 16 Meter)
zuerst mit den Händen auf dem Rücken, beim zweiten Durchgang mit
Händen. Der Angriff muß versuchen innerhalb der Zone vorbei zu
prellen und mit Treffer abzuschließen.
- Offensive 1:1-Abwehr im Trichter mit Anspielstation Trainer außerhalb der Zone. Abwehrspielerin muß Ballweg und Gegner im Auge haben
Korrekturen: Wurfhandseite, Ball im Blick, Aktionen
nur gegen den Ball, Drehung der Schulter des Abwehrspielers bei Wechseln der
Hand durch den Angreifer, variabler bei der Annahme des Gegner (erst
zurücksinken oder direkt enge Deckung), beim Fechterschritt auf niedrigen
Körperschwerpunkt und Bewegungen auf den Ballen achten.
Durch diese beiden Übungen habe ich eine "Bestandsaufnahme" der momentanen Möglichkeiten im 1:1-Verhalten vorgenommen, was für das Ziel des laufenden Monats, die 3:3-Deckung ungemein wichtig ist. Durch diesen "Ist-Zustand" habe ich - mit den Vorkenntnissen - mich nochmals vergewissert, welche Spielerinnen in meinem Konzept für welche Positionen von Vorteil sind.
5. Vorbereitung auf das kommende Spiel
- kurze Vorschau auf den Gegner, Besprechen
taktischer Mittel in Angriff und Abwehr
- Kurze praktische Veranschaulichung der Spielweise
des Gegners und einstellen der Abwehr, bzw. des Angriffs darauf
- kurze Wiederholung zweier "neuer" Laufwege
6. Schlußteil
- Aus jeder Ecke des Spielfeldes einen
Gegenstoß, wer alle vier hintereinander trifft ist fertig, wer einen
vergibt macht noch zwei weitere.
- Spiel: zweimal 3 gegen 3, wobei zwecks
Gruppengröße auf der einen Hälfte 4 gegen 4 gespielt wird.
- Ausgiebiger cool-down
7. Nachbesprechung
- Parteiball wurde mit viel Einsatz gespielt, die
Variationen sehr schnell verstanden und umgesetzt.
- Bei der Koordination hatten einige Spielerinnen
deutliche Probleme mit den Unterschiedlichen Eigenschaften der Bälle
zurecht zu kommen (Wiederholen!), ansonsten auch diese Übung
zufriedenstellend.
- Beim Passen mit zwei Handbällen keine
Probleme, bei der letzte Übung wurde aber bereits nach wenigen
Wiederholungen deutlich, daß bei drei Spielerinnen große
Defizite im Schnelligkeitsbereich vorhanden sind.
- Das Einwerfen der Torhüter wurde konzentriert
betrieben, bei TW sind von Außen nicht so gut wie aus dem
Rückraum. Zwei Spielerinnen haben Probleme mit dem "falschen"
Bein abzuspringen.
- Sehr große Unterschiede im 1:1-Verhalten in
der offenen Abwehr. Aber auch im Angriff agierten einige einfallslos (Abwehr
in Ordnung, Angriff 1:1 vorbei prellen öfters wiederholen)
- Im Schlußteil wurden die Gegenstöße zumeist sicher verwandelt, lediglich drei Spielerinnen mußten zwei weitere Gegenstöße laufen. Im Abschlußspiel agierten alle Spielerinnen mit viel Spaß. Allerdings schied nach wenigen Minuten eine Spielerin mit einer Handverletzung aus, weshalb der Co-Trainer mitspielen mußte. Insgesamt ein sehr gutes Training, nicht zuletzt wohl auch dadurch, daß das Gymnasium, das die meisten Spielerinnen besuchen an diesem Tag geschlossen hatte. Einigen Spielerinnen war anzusehen, daß sie sehr ausgeruht waren und das Training der Höhepunkt des Tages war.
2. Trainingseinheit (Dauer: 2 Stunden)
1. Aufwärmen (ca. 30 Minuten)
acht Bahnen mit Ball laufen, anschließend
kurzes Dehnen der Beine
Fußball-Basketball: Sowohl ein Fuß-,
als auch ein Basketball sind im Spiel, mit dem Basketball muß auf den
Korb gespielt werden und Spielfeld ist das reguläre BB-Feld, mit dem
Fußball muß ins Handballtor getroffen werden, wobei die gesamte
Halle (d.h. mit Bande) als Spielfeld gilt.
Partnerweise mit zwei Bällen laufen:
- Nebeneinander ohne indirekte Pässe
- Nebeneinander nur indirekte Pässe
- ein Partner läuft vorwärts, der andere
rückwärts: Druckpässe
- Beide Partner im Sidestep gegenüber:
Druckpässe
- Nur noch ein Ball: ein Partner läuft
vorwärts, der andere rückwärts, wobei der
rückwärtslaufende den Ball rollt, der vorwärtslaufende nach
einer angedeuteten Täuschung im leichten Sprungwurf zurückspielt.
- Ausgiebig Dehnen und Kräftigen
2. TW einwerfen (ca. 15 Minuten)
- RL und RR besetzen, gegenseitiges Passen in den
Lauf 1) Laufwurf auf die Hände 2) Sprungwurf kurz hoch 3) beidbeiniger
Sprungwurf auf die Füße 4) Laufwürfe lang flach nach
vorheriger Lauftäuschung nach 5). Nur lange Ecke nach Sprungwurf mit
dem "falschen" Bein
- Nebeneinander an zehn Meter mit jeweils einem Ball: Sprung-Fallwürfe ab acht Meter, freies Wurfziel. Anschließend Paß vom Trainer zum Gegenstoß, Abschluß mit Laufwurf. Danach in die andere Richtung.
3. Grundübung Abwehr (ca. 15 Minuten)
- Zu dritt zusammen ohne Ball. A steht an sechs
Meter, B an neun, C kurz vor dem 9-Meter-Kreis. B ist Abwehr und muß
versuchen ohne die Arme einzusetzen C davon abzuhalten A zu berühren.
(Wichtig: C darf keinen oder nur kaum Anlauf nehmen) Anschließend
werden die Positionen gewechselt.
- Nun darf der Abwehrspieler die Hände als "Stoßdämpfer" benutzen.
- Nun steht der Abwehrspieler mit Blick zu A und hat C im Rücken. Die Abwehr muß nun ohne Blickkontakt erneut versuchen C abzudrängen, daß C nicht zu A gelangt (dabei darf kein Anlauf genommen werden, die Abwehr darf die Hände wieder einsetzen).
4. Weitere Hinführung zum Trainingsziel (ca. 30 Minuten)
- Erneut ein Trichter, und wiederum Aktion auf beide
Tore. Jede Spielerin einen Durchgang 1:1-Abwehr, wobei die Angreifern mit
dem Trainer außerhalb des Trichters eine mögliche Anspielstation
hat.
- Vergrößerter Trichter und nun zwei
Abwehrspielerinnen auf gleicher Höhe, zwei Angreiferinnen. Der Trainer
ist erneut Anspieler. Gleiche Aufgabenstellung: Ballorientiertes Spiel der
Abwehr. Zur Erleichterung darf der Angriff zuerst nicht kreuzen, sondern
darf nur durch stoßen/passen und im Spiel 1:1 zum Erfolg kommen
- Gleicher Aufbau wie bei b), nur dürfen die
Angreifer nun auch kreuzen.
- Wie c), allerdings steht nun der Kreisläufer innerhalb des 9-Meter-Kreises als Anspieler für Doppelpässe, dafür fällt der Trainer als Anspielstation weg.
5. Positionsspezifisches Wurftraining (ca. 10 Minuten)
6. Spiel 6:6 und cool down (Rest)
Nachbesprechung
- Beim Fußball/Basketball wurde schnell
deutlich, daß wenige etwas mit dem Fußball anzufangen wissen,
weshalb ich bald auf Kempa-Handball/Basketball änderte, was
anschließend sehr gut lief.
- Die Partnerübungen wurden konzentriert und mit
relativ wenigen Ballverlusten ausgeführt.
- Beim Torhüter einwerfen gingen bei den beiden
ersten Durchgängen mehr Bälle an die Wand als aufs Tor, weshalb
ich noch einmal ohne Paß wiederholen ließ, um sowohl den
Schützen, als auch den Torhütern etwas Sicherheit zu geben.
Anschließend klappten auch wieder die Pässe in den Lauf und die
Wurfziele wurden weitestgehend eingehalten.
- Bei den Sprung-Fallwürfen wurde wieder
deutlich, daß eine Spielerin Angst vorm Fallen hat, daher nahm sich
der Co-Trainer nochmals ihrer an.
- Bei der ersten Abwehrübung agierten
zunächst zwei Gruppen etwas unbeholfen, kamen aber nach kurzer
Zusatzerklärung auch zurecht. Die Abwehr schirmte den
"Kreisläufer" meist sehr gut ab, so daß die Erfolge des
Angriffs rar blieben. Erneut agierte die Abwehr "ohne Arme"
konzentrierter und damit besser, als mit den Armen.
- Bei 4a erinnerte ich nur nochmals an die Grundlagen
des Abwehrverhaltens, wobei recht wenig zu korrigieren war. Bei 4b wurden
Probleme deutlich, da durch das Aushelfen der eigene Gegenspieler
vernachlässigt wurde und auch der Ballweg nicht korrekt zugestellt
wurde. Nach Korrektur Besserung.
- Bei 4c wurde zunächst nach Kreuzen der
Angreifer versucht von der Abwehr zu übernehmen bzw. zu übergeben.
Erst nach einigen Versuchen fand die Abwehr selbst heraus, daß sie
nicht Übergeben/Übernehmen darf, wenn sie in der Tiefe auseinander
stehen. (Sehr positiv: Die Spielerinnen erkannten die Situation nach vier
Fehlern selbst!!)
- Bei 4d hatte die Abwehr zunächst Probleme, da
sie den Anspieler nun im Rücken hatte.
- Im Spiel 6:6 spielten wir eine 1:5-Deckung, wobei doch der Kräfteverschleiß deutlich wurde, weshalb wir nach acht Minuten abbrachen, kurz Siebenmeter warfen und uns ausliefen.
3. Trainingseinheit (Dauer 105 Minuten)
1. Aufwärmen (ca. 35 Minuten)
Freies Prellen innerhalb des 9-Meterkreises A) mit
Handwechsel bei Zusammentreffen mit einem Mitspieler B) mit Doppelpaß
bei Zusammentreffen C) mit Handwechsel und Händeschütteln bei
Zusammentreffen.
Ball wird innerhalb des 9-Meterkreises am Fuß
geführt, beim Zusammentreffen mit einem Mitspieler wird der Ball
gestoppt und mit dem Ball des Mitspielers weitergelaufen.
Jeder läuft mit Ball sechs Bahnen und dehnt
kurz die Beine
Basketball auf sechs Körbe, wobei Mannschaft A
auf die Körbe A spielt. Auf die Körbe in der Mitte wird nur
Rebound-Ball gespielt. Es sind zwei Bälle im Spiel.
Dehnen und Kräftigen
2. Passen/Fangen (ca. 10 Minuten)
- Zu dritt zwei Bälle. A und B stehen
Basketballfeld-Breite auseinander, C in der Mitte. C läuft auf A zu,
bekommt den Ball in den Lauf, läuft um A herum und paßt einen
langen Paß im Lauf zu B, der inzwischen einen langen Paß zu A
geworfen hat. C bekommt nun den Ball kurz vor B zurück, läuft um
ihn herum. Nach 10 Pässen wechselt die Mitte.
- Anschließend Sprungwurfpässe.
3. TW einwerfen (ca. 20 Minuten)
- alle Spieler von LA Sprungwurf auf die Füße b) alle Spieler auf RA, Sprungwurf lang hoch c) von LA Sprungwurf lang hoch d) von RM abwechselnd rechts/links hoch nach beidbeinigem Absprung e) von RA Sprungwurf lang flach f) von LA Sprungwurf lang flach g) von RM abwechselnd links hoch, rechts flach und anschließend umgekehrt
4. Hinführung zum Trainingsziel (ca. 30 Minuten)
- Trichter, zwei Abwehrspieler, zwei Angreifer und
ein Kreisläufer innerhalb 9-Meter als Anspieler. Erlaubt ist Kreuzen,
Stoßen-Passen, 1:1, Doppelpaß mit dem
Mitspieler/Kreisläufer. (Erneut auf zwei Tore)
- Ein Spielfeldviertel abgeteilt, nun spielt RM, RL
und KM zusammen gegen drei direkte Gegenspieler, als Anspieler steht der LA
zur Verfügung. Alle Varianten sind erlaubt.
- Zweimal 3:3 mit jeweils einer 3er Gruppe als "Co-Trainer", die nach jeweils vier Minuten kurze Kritik (Lob?) an der Abwehr übt und danach ins Spiel kommt.
5. Cool down
Nachbesprechung (in der Kabine Besprechung und
Klärung einiger Fragen zum neuen Deckungssystem).
- Einlaufen und Aufwärmspiel sehr gut und
problemlos. Übung 2 von Gruppe zu Gruppe unterschiedlich, zum Teil
mußten die Gruppen anfangs etwas näher zusammen gehen, steigerten
aber von Wiederholung zu Wiederholung die Distanz.
- Das Einwerfen der Torhüterinnen wurde etwas
verlängert, da von den Außenpositionen Defizite zu erkennen
waren.
- Das Abwehrtraining wurde mit viel Einsatz und Konzentration bewältigt, wobei wir bereits am vorangegangenen Wochenende mit der 3:3-Deckung ein Rundenspiel absolvierten und dabei von einem 8:7-Zwischenstand über 18:9 bis zum 42:20 davonzogen. Dies war wohl mit ein Grund, weshalb sich die Spielerinnen schon sehr gut in den Aufgaben der Deckung zurecht fanden. Im Spiel zweimal 3:3 mußte ich als Trainer kaum etwas beanstanden, die meisten Fehler wurden entweder von den Spielerinnen selbst oder doch zumindest von der "Kontrollgruppe" erkannt.
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