Sommerkonzert 2002  

Ein musikalischer Frühlingsstrauß

Konzert des Kinder- und Jugendchores der Stadt Bensheim


Ein Frühlingskonzert der etwas anderen Art: Statt "Komm lieber Mai und mache" läutete der Kinder- und Jugendchor der Stadt Bensheim die aufblühende Jahreszeit mit "California Dreamin'" von John Phillips ein. "Sing and Swing" - so das Motto des großen Frühlingskonzerts - bot wenig naturverbundene Romantik, verzichtete auf die üblichen Volkslieder und setzte stattdessen auf moderne Rhythmen und auf Vielfalt. Das Ergebnis: Ein bunter musikalischer Frühlingsstrauß, an dem Jung und Alt seine Freude hatte.

Die Chöre unter der Leitung von Ronald Ehret hatten bei ihrem Auftritt am Freitagabend in der Liebfrauenschule Verstärkung mitgebracht. Das Vokalensemble X-tra steuerte einige Schmankerl wie George Gershwins "Somebody loves me", Jim Morrisons "Riders on the Storm" oder "Mercy, Mercy, Mercy" von Josef Zawinul bei. Die zehn Sängerinnen und Sänger überzeugten mit einer Darbietung, die die Besonderheiten der Songs präzise herausarbeitete.

Im Vokalensemble X-tra sind all jene vereint die am Ende des Jugendchors mit dem Chorgesang weitermachen wollen. Zuvor haben sie in der Regel viele Jahre zusammen mit Chorleiter Ronald Ehret gearbeitet, einige sind schon von Kindesbeinen an dabei. Dass sie eine lange Chorerfahrung haben, ist deutlich spürbar - in den Soli ebenso wie in den Duetten, die sich nahtlos in das große musikalische Ganze einfügen.

SWING. Das große Frühlingskonzert des Kinder- und Jugendchores der Satdt Bensheim stand am Freitag unter dem Motto īSing and Swing`. Veranstaltungsort war das Foyer der Liebfrauenschule. Songs von Chuck Berry ("Surfin' USA"), John Phillips ("California Dreamin") oder Stevie Wonder (,,I just call to say I love you") trug der Jugendchor vor, mal temperamentvoll und leidenschaftlich, mal gefühlvoll und sehnsuchtsvoll. Mit Sonnenbrillen und knallbunten Strandhemden, die zusätzlich für Beach-Party-Atmosphäre sorgten, lag man voll auf der Wellenlänge der Song-Writer. Der Jugendchor fühlt sich in der Popwelt pudelwohl.

Dennoch blieben auch Vorstöße in die Welt der Klassik und des Musicals nicht aus. Leonard Bernstein, Andrew Lloyd Webber oder Johann Sebastian Bach sind hier die Namen. Den Abstieg in die Welt des "Phantoms der Oper" gestaltet die 20-köpfige Truppe als dramatisch-emotionales Dilemma, das im Kontrast zum Optimismus und zur übersprühenden Lebensfreude von "America" steht.

Witzig und fröhlich die Lieder des Kinderchors. Sie liehen Schweinchen Rap ihre Stimme und proklamierten die Freiheit für Ferkel, die auf die Wiese und nicht in die Metzgerei gehören. Gleich zweistimmig nahmen sie die Zuhörer mit auf eine Reise zum Mars oder sie untermalten mit flotten Pfiffen die Freude und Unbeschwertheit, die von Kinderliedern ausgeht.

Die Chöre waren mit großem Spaß bei der Sache. Die 6- bis 11-Jährigen im Kinderchor ebenso wie die 12- bis 16-Jährigen im Jugendchor. Jeder, der Lust hat, kann mitmachen oder zunächst einfach mal reinschauen. Wer weiß, eines Tages erreicht der Newcomer vielleicht die Qualität und Klasse, die heute das Vokalensemble X-tra auszeichnet.

aus "Bergsträßer Anzeiger" vom 31.05.2002