Hartmann glänzt im Trikot Friesenheims

Zweitligist holt sich den Lorscher Nachwuchsspieler Christian Hartmann

Es war der Höhepunkt des gestrigen Aktionstages der Handballabteilung der Tvgg Lorsch, aber zugleich ein Wermutstropfen auf der gelungenen Veranstaltung: Beim Spiel der Lorscher Bezirksoberliga-Mannschaft gegen den Zweitligisten TSG Friesenheim nahm Christian Hartmann Abschied von den Klosterstädtern. Beim 36:14 (18:8)-Erfolg der Friesenheimer, die als einer der Top-Favoriten für die kommende Zweitliga-Saison gelten, markierte der 20-jährige Hartmann auch prompt drei Treffer und es wurde deutlich, welch große Lücke der Linkshänder bei seinem alten Verein hinterlassen wird.

Gegen das Star-Ensemble der Ludwigshafener um den russischen Olympiasieger Lew Woronin waren die Lorscher erwartungsgemäß chancenlos. Doch nachdem die Tvgg ihren Respekt etwas ablegten, entwickelte sich eine sehenswerte Partie, in der die Gäste mit zahlreichen Kabinettstücken die Zuschauer begeisterten.

Tvgg-Tore: Jörg Schwind (9/3), Hans-Jürgen Schmidt (2), Markus Krauss (2), Axel Müller. - TSG-Tore: Lew Woronin (6/2), Marc Nüssel (5/1), Alexander Job (4), Peter de Hooge (4), Christian Hartmann (3), Thorsten Laubscher (3), Axel Wilbrandt (3), Kryzstof Lisiecki (3), Andreas Agerborn (2), Steffen Weiß, Brahm (1), Spettmann.

"Der Abgang von Christian Hartmann schmerzt schon. Er wird in unserer Mannschaft eine Lücke hinterlassen." Diese Aussage tätigte Bernd Ohl vom Handball-Abteilungsvorstand der Tvgg Lorsch nach dem Abschiedsspiel des Linkshänders am Sonntagabend.

Wenn eine Mannschaft einen Spieler als große Stütze ansieht, handelt es sich meist um einen erfahrene Akteur, doch in diesem Fall ist es ein gerade mal 20-Jähriger, der den Lorschern Sorgenfalten bereitet und der in der kommenden Saison beim Zweitligisten TSG Friesenheim am Ball sein wird. Christian Hartmann sorgte in seinem ersten Jahr im Seniorenbereich für mächtig Wirbel auf der Rechtsaußenposition, war stets torgefährlich.

Ein Ausschnitt aus einem Interview mit dem Lorscher Eigengewächs:

Nach nur einem Jahr im Aktivenbereich direkt der Wechsel zu einem renommierten Zweitliga-Verein. Wie kam es zu diesem rasanten Aufstieg?

CHRISTIAN HARTMANN: Also ich muss sagen, dass ich auch schon sehr überrascht war, als ich von der TSG Friesenheim angesprochen wurde. Es gab einige Interessenten, aber ein Zweitligist - das war schon irre. Wir haben uns zusammen gesetzt und über die Perspektiven gesprochen. Das hat mir alles sehr gut gefallen und ich muss sagen, nach etwas über einem Monat in Friesenheim bereue ich den Wechsel nicht.

Wie sehen Ihre Ambitionen aus?

HARTMANN: Ich werde zuerst in der zweiten Friesenheimer Mannschaft in der Oberliga spielen. Aber selbst dies ist ja zwei Klassen über der Tvgg Lorsch, also eine klare Steigerung. Zweimal pro Woche werde ich zudem beim Zweitliga-Team mittrainieren. Mein Ziel ist es natürlich in der Oberliga eine gute Rolle zu spielen, mich weiter zu entwickeln und mittelfristig den Abstand zur 2. Liga zu verringern.

Auf Ihrer Rechtsaußen-Position spielt in Friesenheim mit Lew Woronin ein absoluter Ausnahme-Handballer, der schon Weltmeister und Olympiasieger war. Ist er Vorbild oder Konkurrent?

HARTMANN: Konkurrent auf keinen Fall. Ich denke, ich kann von ihm unglaublich viel lernen. Es ist schon toll, wenn man mit einem solchen Spieler zusammen trainieren kann.

Sie sind ein echtes Lorscher Eigengewächs, haben noch nie in einem anderen Verein gespielt. Ist es Ihnen leicht gefallen von der Tvgg weg zu gehen?

HARTMANN: Nein, es ist schon nicht so einfach. Schließlich habe ich einen großen Teil meines Freundeskreis hier in Lorsch in der Mannschaft. Es ist schon eine Umstellung. Doch ich wurde in Friesenheim klasse aufgenommen.

Mit Michael Biegler haben Sie jetzt einen sehr renommierten Trainer. Welcher Coach hat Sie denn bisher am meisten geprägt?

HARTMANN: Also unheimlich dankbar muss ich Frank Herbert sein, der mich in der vergangenen Saison in Lorsch trainierte. Er hat mir sehr viel Vertrauen gegeben und mich als jungen Spieler in die Verantwortung genommen. So konnte ich mich natürlich entwickeln und letztlich auf mich aufmerksam machen. Ich denke allerdings, dass ich von allen meinen Trainern etwas mitgenommen habe. Sehr geprägt hat mich auch das Training im Handball-Leistungszentrum Bergstraße.

Zurück zum Pressearchiv.