HLZ-Teams räumen ab

So können sich abgezockte Bundesliga-Profis wohl kaum mehr freuen: Als am Sonntag Nachmittag um kurz nach 16 Uhr die Schlusssirene des Finals des Hessischen E-Kader-Turniers ertönte, jubelten die Spieler des Handball-Leistungszentrums Bergstraße (HLZ) ausgelassen, fielen sich in die Arme und ließen sich von den Zuschauern und Kontrahenten in der Weststadthalle ausgiebig feiern. Der 17:10-Endspielsieg des E-Kader-Stützpunkts des HLZ gegen die Auswahl des Bezirks Wiesbaden war der Schlusspunkt eines gelungenen Handballtages, den das Leistungszentrum, das dem AKG Bensheim angegliedert ist, gemeinsam mit dem Hessischen Handball-Verband ausrichtete. Dass die Gastgeber sowohl im männlichen als auch im weiblichen Bereich, der in der Geschwister-Scholl-Halle am Ball war, den Turniersieger stellte, das imponierte nicht nur den angereisten Trainern, sondern auch dem Sportlichen Leiter des HLZ, Lars Jung: „Wir wussten schon, dass wir in diesem Jahr eine gute Truppe haben werden. Aber dass wir uns so sicher durchsetzen würden, damit war wirklich nicht zu rechnen. Unsere Spielerinnen und Spieler haben eine tolle Leistung abgerufen und sich den Erfolg redlich verdient.“ Das sahen auch die Kontrahenten so. Christian Fleischer, Trainer der Wiesbadener Auswahl, die im Endspiel der männlichen E-Kader das Nachsehen hatte: „Das HLZ hat hochverdient gewonnen. Sie hatten heute einfach die beste Mannschaft. Das muss man absolut anerkennen.“
Im weiblichen Bereich blieb das Handball-Leistungszentrum I mit den Trainern Claudia Richter und Norbert Ober als einzige Mannschaft ohne Niederlage, beeindruckte mit einem druckvollen, temporeichen Spiel und verwies in der Endabrechnung die Auswahl Kassels auf Rang zwei.
Aber nicht nur die beiden ersten Mannschaften des HLZ wussten zu überzeugen, auch die zweiten Teams hielten in der starken Konkurrenz gut mit. So landeten die Spielerinnen das HLZ II nach sehr achtbaren Ergebnissen auf Rang vier. Die zweite männliche Auswahl des Handball-Leistungszentrums musste sich in ihrer Vorrundengruppe stets knapp geschlagen geben, hatte sogar den späteren Endspielteilnehmer Wiesbaden beim 10:12 am Rande einer Niederlage, landete aber schließlich doch nur auf dem fünften Rang. „Wir können absolut zufrieden sein“, bilanzierte Lars Jung. „Heute haben sich auch wieder einige Spielerinnen und Spieler von uns für die Hessenauswahl empfohlen, haben nachdrücklich auf sich aufmerksam gemacht“, so der Sportliche Leiter des HLZ. Und darum ging es letztlich in erster Linie: Die Sichter des Hessischen Handball-Verbands notierten sich auf der Tribüne fleißig Namen, freuten sich über neue Gesichter oder über Spielerinnen und Spieler, die sie schon einmal sahen, die sich aber inzwischen deutlich weiterentwickelt hatten und nun eine Chance bei Lehrgängen der Hessenauswahl erhalten werden.
Den Sichtern und Trainern der Landesauswahl fiel besonders auf, dass alle E-Kader-Maßnahmen moderne, offensive Abwehrvarianten auf hohem Niveau zeigten. Zudem agierten fast alle Mannschaften mit hohem Tempo, praktizierten die „Schnelle Mitte“. Dadurch entwickelten sich auch für die Zuschauer packende, tempo- und torreiche Partien. 20 Tore waren bei den weiblichen E-Kadern in der 20-minütigen Spielzeit keine Seltenheit, bei den männlichen Stützpunktmannschaften markierte die Partie zwischen dem HLZ I und Kassel I mit 32 Treffern die Bestmarke.
Dass die Förderung der Talente über die E-Kader einen immer höheren Stellenwert einnehmen, das betonte der eigens angereiste Präsident des Hessischen Handball-Verbands, Rolf Mai, bei der Siegerehrung, die er gemeinsam mit Bensheims Stadtrat Matthias Schimpf und Axel Noé, dem Marketingleiter der Sparkasse Bensheim, dem Hauptsponsor der Veranstaltung, durchführte. „Wir müssen die Ressourcen, die uns die Schule bietet, in Zukunft noch besser nutzen. Dass wir von diesem Bereich der Talentförderung profitieren können, das hat das heutige Turnier eindrucksvoll gezeigt“, bilanzierte Mai.

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