Kassel räumt beim HLZ Bergstraße mächtig ab

E-Kadertunier in Bensheim auf hohem Niveau - Nordhessen gewinnen männliche und weibliche Konkurrenz

Von Müdigkeit keine Spur: Sie hatten die weiteste Anreise, mussten mit Abstand am frühsten aufstehen, waren aber dennoch auf den Punkt topfit. Beim diesjährigen Sichtungsturnier der hessischen E-Kader-Stützpunkte, das traditionell am Handball-Leistungszentrum Bergstraße (HLZ) in Bensheim ausgetragen wird, räumte der Tross aus Kassel mächtig ab. Nachdem schon das weibliche E-Kader-Turnier an die Vertretung aus Nordhessen ging, trafen im Endspiel der 13- und 14-jährigen Jungs auch noch beide Vertretungen aus Kassel aufeinander. Am Ende setzte sich Kassel I in einem temporeichen Spiel mit 15:13 gegen die zweite Garnitur durch und für die Verantwortlichen des HLZ blieb nur die Erkenntnis, dass in den entscheidenden Momenten die Kaltschnäuzigkeit und auch das nötige Glück gefehlt hatten. In der Gruppe II der männlichen E-Kader belegten die erste Mannschaft des Handball-Leistungszentrum nach zwei Unentschieden gegen Schwalm-Eder und Kassel II den zweiten Rang. „Völlig unnötig“, wie Lars Jung, der sportliche Leiter des HLZ meinte: „Wenn wir im Abschluss etwas sicherer sind, dann gewinnen wir unsere Gruppe und im Endspiel ist dann ohnehin alles möglich.“ So aber durfte schon vor dem Anpfiff des Finales durch das Zwingenberger Schiedsrichtergespann Gursky/Hill der Tross aus Kassel jubeln.
Auch wenn es für die Vertretungen der Gastgeber, die durch Lars Jung und Sergej Rybakov betreut wurden, in diesem Jahr nicht zum Turniersieg reichte, so überwog im Anschluss aber doch das Positive: „Das Niveau war gut, einige Spieler konnten sich für die Hessenauswahl empfehlen und werden in den nächsten Monaten sicherlich eine Einladung erhalten“, bilanzierte E-Kader-Koordinator Marcus Essinger. „Besonders das Tempo hat in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen. Das ist sehr zu begrüßen.“ Tatsächlich fielen in keinem Spiel weniger als 20 Treffer – bei einer Spielzeit von 20 Minuten beachtlich. Im Aufeinandertreffen zwischen Bergstraße I und Schwalm-Eder fielen sogar 30 Tore, was Turnierrekord war.
Während die männlichen E-Kader-Teams äußerst ausgeglichen waren und auf nahezu gleichem Niveau, war bei den weiblichen Mannschaften ein deutlicheres Leistungsgefälle zu erkennen. Hoch verdient und in souveräner Manier setzte sich die Vertretung Kassel I im Fünfer-Feld durch und hatte auch das mit Abstand beste Torverhältnis (56:25). Lediglich die erste Mannschaft des HLZ Bergstraße – von den Trainerinnen Claudia Richter und Edina Rott glänzend eingestellt – konnte die Nordhessinnen in Gefahr bringen, unterlag aber nach einer wahren Abwehrschlacht – und einigen Fehlwürfen – mit 7:8. Danach ließ Kassel nichts mehr anbrennen.
Unter dem Strich stand erneut eine gelungene Veranstaltung, bei der die Zuschauer Jugendhandball auf hohem Niveau erleben durften und einige Akteure sich in die Notizbücher der Hessenauswahl-Sichter spielen konnten.

Zurück zum Archiv.