Nachwuchshandballer auf dem Sprung

Sichtungsturnier zur Hessenauswahl in Bensheim

Ob ein zukünftiger Nationalspieler dabei war, lässt sich nicht sagen. Aber einig waren sich alle Trainer und die Verantwortlichen des Verbandes und des ausrichtenden Handball-Leistungszentrums Bergstraße (HLZ): Potenzial hatten einige beim alljährlichen Turnier der hessischen E-Kader-Stützpunkte, das am Sonntag in der Bensheimer Weststadthalle und der Halle der Geschwister-Scholl-Schule stattfand. Die 12- bis 14-jährigen Handballerinnen und Handballer aus ganz Hessen zeigten ihr Können, um bei den anwesenden Sichtern für die Landesauswahl einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen und mit einer Berufung in die Hessenauswahl den nächsten Schritt auf der Karriereleiter zu gehen. Und vielleicht zeigt sich in sechs, sieben Jahren, ob vielleicht tatsächlich ein Akteur aus diesem Turnier den großen Idolen und Nationalspielern Jannik Kohlbacher und Michael Allendorf nacheifern kann, die beide aus der E-Kader-Förderung des HLZ Bergstraße hervorgingen und deren Werdegang bis in die Bundesliga und Nationalmannschaft führte. „Natürlich kann man nicht jedes Jahr einen Top-Spieler erwarten. Aber die Vergangenheit mit den großen Aushängeschildern Kohlbacher und Allendorf sowie mit vielen Spielerinnen und Spielern in der 2. und 3. Liga oder als Leistungsträger ihrer Heimatvereine auf Landes- und Bezirksebene zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, bilanzierte der E-Kader-Koordinator Marcus Essinger vom HLZ.
Der Präsident des Hessischen Handball-Verbands (HHV), Gunter Eckart, der es sich einen Tag nach seiner Wiederwahl nicht nehmen ließ, die Siegerehrung des Turniers zu übernehmen, gratulierte allen Spielerinnen und Spielern und lobte „die bei allem Ehrgeiz und Kampf sportlich-fairen Spiele. Heute hat sich wieder gezeigt, dass die Qualität der E-Kader, die ein ganz wichtiger Baustein in der Talentförderung sind, hoch ist.“ Die E-Kader, die auf einer engen Kooperation zwischen Schule und Verband basieren, seien „gerade in Zeiten der Ganztagsschulen enorm wichtig, um eine breite Basis an Talenten zu rekrutieren“. Ein großes Dankeschön gab es von Seiten des Handball-Leistungszentrums und des Verbands an den langjährigen Sponsor Sparkasse Bensheim, „ohne den die Veranstaltung in dieser Form nicht durchzuführen wäre“, wie Essinger betonte. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer – alle wieder mit T-Shirts mit dem bekannten Sparkassen-S versehen – applaudierten und gaben im einheitlichen Outfit ein „sehr schönes Bild ab“, wie Gunter Eckart meinte: „Heute hat man auch wieder gesehen, dass der Handball den Teamgeist in höchstem Maße fördert, ohne die Fairness aus dem Blick zu verlieren. Dieser Abschluss mit der einheitlichen Optik zeigt, dass hier alle zusammen für den Handball aktiv sind.“
Nicht ganz so gut lief das Turnier in diesem Jahr für die Mannschaften des HLZ: Teils war es einfach Pech, teils der körperlichen Unterlegenheit geschuldet, dass am Ende nur Rang drei und vier bei den weiblichen E-Kadern und Platz fünf bei den Jungs zu Buche standen. „Man hat gemerkt, dass wir viele Spieler im jügeren Jahrgang dabei hatten und auch körperlich dadurch nicht immer konkurrenzfähig waren“, resümierte Robert Vuletic, Trainer des mänlichen E-Kaders des HLZ. „Aber auch wenn es nicht zu einer Top-Platzierung reichte, haben einige Spieler gezeigt, dass sie Talent haben, wenn sie intensiv weiterarbeiten.“ Claudia Richter, die gemeinsam mit Melani Marcantonio die beiden weiblichen Mannschaften des Bergsträßer Leistungszentrums, das dem Schulsportzentrum des AKG angeschlossen ist, coachte, ärgerte sich über die letzten 90 Sekunden im entscheidenden Spiel gegen den späteren Turniersieger Odenwald I: „Da hatten wir gleich mehrfach die Gelegenheit, das vorentscheidende 18:16 zu markieren, waren aber zu hektisch. Es ist schade, es war eindeutig mehr drin.“
Auch wenn die Gastgeber im Finale nicht dabei waren, herrschte in der sehr gut besuchten Weststadthalle sehr gute Stimmung: Die Top-Teams der männlichen E-Kader aus Wiesbaden und Frankfurt präsentierten sich in herausragender Form, zeigten hervorragende Leistungen. „Da war extrem viel Tempo dabei. Das war richtig schön anzusehen. Respekt!“, meinte HHV-Präsident Gunter Eckart bei der Siegerehrung anerkennend. Wieviel Tempo die beiden Teams an den Tag legten, zeigt die Ausbeute von 50 Treffern in den 30 Minuten Spielzeit. Dass am Ende Wiesbaden mit 27:23 knapp die Oberhand gegen Frankfurt behielt, war fast nur noch eine Randnotiz, denn „unterm Strich war heute der Jugendhandball im Allgemeinen der große Sieger“, so Eckart, der sich auch beim ausrichtenden Handball-Leistungszentrum Bergstraße für die „hervorragende Organisation“ bedankte. „Wir freuen uns schon darauf, nächstes Jahr wieder hier zu Gast sein zu können.“

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