Zielstrebig - Jona Ober ist einfach nicht zu stoppen

Handball ist die große Leidenschaft der 14-jährigen Heppenheimerin

Jona Ober ist stark eingespannt. Kaum ein Nachmittag, an dem sie mal Zeit zum durchatmen hat und kein Wochenende, an dem sie einfach mal „rumgammeln“ kann. Und in der Zukunft wird das Zeitbudget, der 14-jährigen noch geringer. Die Heppenheimerin die seit drei Jahren in der Talentschmiede des Handball-Bundesligisten TSG Ketsch am Ball ist, wurde gerade in die B-Jugendnationalmannschaft berufen. Und die junge Spielerin ist mit recht stolz auf das bislang Erreichte: „Das ist schon ein ganz großes Ziel gewesen. Jetzt will ich mich in der Nationalmannschaft durchsetzen", weiß Jona Ober, dass die Berufung kein Freibrief für einen Schlendrian ist. Auf den Lorbeeren kann sie sich keinesfalls ausruhen. Schon beim ersten Lehrgang mit der Nationalmannschaft Mitte März in Heidelberg muss sie sich wieder beweisen.

Während Jona Ober täglich in irgendwelchen Sporthallen zwischen Bensheim - dort trainiert sie seit langem im Handball-Leistungszentrum Bergstraße (HLZ) - und dem nordbadischen Ketsch unterwegs ist, stellen an den Wochenenden die Spiele und Auswahlmaßnahmen an. Bei der TSG Ketsch spielt die junge Rückraumspielerin in der C- und B-Jugend, gehört in beiden Mannschaften zu den Leistungsträgerinnen.

Die Schülerin, die die neunte Klasse des Heppenheimer Starkenburggymnasiums besucht und bislang nach eigenem Bekunden „keine Probleme" in der Schule hat, bestach beim Sichtungslehrgang im sächsischen Rabenberg auf der ganzen Linie. Die für den weiblichen Bereich zuständige Trainerin des Deutschen Handball-Bundes (DHB), Ildiko Barna, zeichnete Jona Ober zum Abschluss der drei anstrengenden Tage gleich zweimal aus. Zum einen erhielt sie den Pokal als „Beste Spielerin" und zum anderen den für die beste Test-Leistung im koordinativen Bereich. Dass die 1.80 Meter große und technisch versierte Jung-Nationalspielerin so überzeugte, schreibt ihr Vater Norbert Ober, früher selbst Bundesliga-Handballer beim VfL Heppenheim, dem langjährigen Training im Handball-Leistungszentrum Bergstraße zu: „Die Grundlagen für ihr Können wurden dort gelegt. In Ketsch hat sie natürlich auch sehr viel gelernt, aber ohne Zweifel, dem HLZ gebührt ein großer Teil des Erfolgs." Und Norbert Ober, der selbst seit 15 Jahren zum Trainerstab der Bensheimer Institution gehört, kann diese Aussage auch belegen. Schließlich ist Jona Ober in diesem Jahr schon das dritte HLZ-Talent, das in die Nationalmannschaft berufen wurde. Vor ihr kamen schon ihr Bruder Steffen (18) und der Lorscher Michael Allendorf (19) - inzwischen beim Bundesligisten HSG Wetzlar unter Vertrag - zu diesen Ehren. Und mit Andrea Bonk {14} ist eine weitere Spielerin auf dem Sprung in diesen erlauchten Kreis.

Für Jona Ober ist die größer werdende Belastung eine Herausforderung. Die sich selbst als „äußerst ehrgeizig" bezeichnende Handballerinnen, die schon mit sechs, sieben Jahren immer besser sein wollte als ihr großer Bruder Steffen, der beim Zweitligisten Groß-Bieberau aktiv ist, würde sogar gerne noch mehr trainieren. Und DHB-Trainerin lldiko Barna macht dies sogar zur Voraussetzung für die weitere Karriere. Schon jetzt soll sie bei einer höherklassigen Damenmannschaft mittrainieren, um nicht zu stagnieren.

(Südhessen-Morgen vom 25.02.2006)

Jona in Aktion

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