Kabinengeflüster - von Helmut Seip

Nicht nur im großen Rahmen wie zum Beispiel mit der kürzlich eröffneten Fußballschule beim Bundesligisten SC Freiburg, die in (Fußball)Deutschland immer wieder gerne als Vorzeigeeinrichtung genannt wird, sondern auch in kleinerem Kreis an der Basis wird im Sport mit engagierten Projekten etwas für die Talente getan, so auch an der Bergstraße wie die drei folgenden Beispiele unterstreichen.

Die einen tun es mit Erfolg schon seit elf Jahren, nämlich das Handball-Leistungszentrum (HLZ) in Angliederung an das Schulsportzentrum am AKG Bensheim, die anderen unternehmen die ersten Schritte, nämlich der Bildungs- und Sportverein (BuS) in enger Anlehnung an den FC 07 im Bensheimer Weiherhausstadion, und eine weitere Einrichtung ist am Entstehen, gemeint ist das Fußballjugendzentrum Bergstraße in Kooperation mit der TSV Auerbach.

Die größten Pläne schmiedet dabei das HLZ, das gerne den Schritt von einem Teilzeit- zu einem Vollzeitinternat wagen will. Doch der Vorsitzende des Fördervereins, Dr. Reinhard Bauß, lässt vorsichtigen Optimismus walten: "Es muss erst einmal eine Machbarkeitsstudie erstellt werden." Dabei denkt Bauß daran, dass HLZ-Geschäftsführer Marcus Essinger auch Erfahrungsberichte, zum Beispiel über die Finanzierung der Projekte, von ähnlichen Einrichtungen, vor allem im Osten Deutschlands einholt: "Dann müssen wir überprüfen, welche Möglichkeiten sich hier vor Ort bieten und welche Unterstützung wir zu erwarten haben." Und Dr. Reinhard Bauß stellt auch klar, "dass wir irgendwann vielleicht feststellen müssen, dass sich unsere Idee nicht realisieren lässt."

Doch der Förderkreisvorsitzende hofft, dass es ein Handballinternat an der Bergstraße geben wird, "denn es wäre förderlich für das Leistungsniveau in der gesamten Region und würde die Attraktivität des Handballsports steigern." Und der Bedarf scheint vorhanden, denn schon öfters hätten Jugendliche und ihre Eltern Interesse bekundet.

"Die Anfänge sind gemacht. Nun gilt es die Einrichtung auszubauen und von gewissen Anfangsproblemen zu lernen", ist Albert Westermann, seines Zeichens Jugendleiter beim FC 07 sowie "Macher" beim BuS Bensheim mit den ersten Schritten zufrieden. Dass es noch zu keiner eigenen BuS-Mannschaft im laufenden Punktspielbetrieb gereicht hat, ist für Westermann nicht so schlimm: "Schließlich konnte ich nicht einfach ein Team anmelden, ohne zu wissen, wie viele Spieler schließlich beim BuS trainieren und dann ja erst einmal bei ihren bisherigen Verein weiter spielen werden."

Nun, mit der Resonanz ist der BuS-Vorsitzende zufrieden, denn im Training unter der Leitung des Fußballlehrers Holger Zippel und Betreuers Klaus Kuhlmann tummeln sich 24 Talente; hauptsächlich aus den fünften Klassen des Goethe-Gymnasiums, das im Rahmen seines Fußball-AG-Angebots vier Unterrichtsstunden pro Woche bei der BuS abhält. Und im nächsten Jahr will Albert Westermann seine Einrichtung im Weiherhausstadion ausbauen: Eine zweite Trainingsgruppe, eine eigene Mannschaft am Spielbetrieb, Hausaufgabenhilfe, gemeinnützige Projekte abseits des Fußballplatzes.

Konkurrenz bekommt die BuS womöglich alsbald im Weiherhausstadion, denn zur Realisierung ihres "Fußballjugendzentrums Bergstraße" hat die TSV Auerbach mit Fußballjugendleiter Michael Grimm mittlerweile einen eigenen Verein gegründet. Die ehrgeizigen Pläne, zum Beispiel die Errichtung eines Klubgebäudes, liegen laut Grimm bereits beim Magistrat der Stadt Bensheim vor. Mit einer Broschüre wird schon fleißig für das Trainings- und Förderkonzept sowie um Mitglieder geworben.

Quelle: Bergsträßer Anzeiger vom 29.9.2001

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