Sergej Rybakov feierte 50. Geburtstag

UdSSR-Meister und WM-Teilnehmer
Der 50 Jahre alte Sergej Rybakov war 1988 der erste sowjetische Profi im Westen – Seitdem mit Heppenheim verbunden: Erst als Spieler, nun als Übungsleiter

Sergej Rybakov, Trainer des Handball-Landesligisten HC VfL Heppenheim, feierte am vergangenen Sonntag seinen 50. Geburtstag, und auch ein Wiedersehen mit alten Freunden aus den glorreichen Zeiten seiner Handballkarriere.
Diese begann 1973, als er mit 17 Jahren beim russischen Spitzenteam Newa Leningrad anheuerte. Rybakov wurde sechs Mal Torschützenkönig und gewann mehrmals die russische Meisterschaft. So ließ auch die Berufung in das Nationalteam der Sowjetunion nicht lange auf sich warten. Neben der Teilnahme an Weltmeisterschaften waren seine größten internationalen Erfolge der Sieg bei den Goodwill-Games 1986 - die Goodwill-Games wurden damals als Reaktion auf die Probleme rund um die Olympischen Spiele in den achtziger Jahren ins Leben gerufen - und die Nominierung für die Olympischen Spiele 1988.
Spätestens jetzt wurden auch Verantwortliche im Westen Europas auf den Weltklassespieler aufmerksam. Die zu dieser Zeit in Heppenheim ansässige Unternehmensberatung Backeshoff lotste Rybakov 1988 zum VfL Heppenheim, der in der Zweiten Bundesliga am Ball war. Rybakov war der erste Vollzeit-Handballer, der aus der Sowjetunion ausreisen durfte, um in Deutschland zu spielen. Als herausragender Akteur im VfL-Trikot wurde Rybakov Torschützenkönig der Zweiten Liga, ehe er 1990 nach Russland zurückkehrte, um den Handballsport in seiner Heimat St. Petersburg zu fördern.
So war der examinierte Sportlehrer Leiter der Handballschule St. Petersburg, die heute seinen Namen trägt. Im August 1994 zog Rybakov mit seiner Frau Larissa wieder zurück nach Deutschland, wo er für den Oberligisten Borussia Fulda aktiv war. Seine Karriere als Spieler ließ er schließlich an der Bergstraße ausklingen, als er von 1996 bis 2003 Spielertrainer bei der SKG Bonsweiher war. Mit Bonsweiher schaffte Rybakov den Aufstieg in die Landesliga.
Heute ist Sergej Rybakov ausschließlich als Trainer aktiv. Seit 2003 betreut er das Reserveteam des Frauen-Zweitligisten HSG Bensheim/Auerbach sowie die Männer des HC VfL Heppenheim, mit denen er 2004 den Aufstieg in die Landesliga feierte. Zusätzlich gilt er als Aushängeschild des Handball-Leistungszentrums Bergstraße, wo er sich um die Talente von morgen kümmert.
Der Fünfzigjährige hat eine lange und ruhmreiche Handballkarriere hinter sich; ein Leben ohne diesen Sport ist für ihn zumindest heute nicht vorstellbar. (gei)
(Starkenburger Echo vom 22.04.2006)

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