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Auerbacher Synagogenverein | ||||||||||||||||||||||||||||
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Veranstaltungsübersicht des Auerbacher Synagogenvereins 2026
Alle Veranstaltungen finden in der Regel in der ehemaligen Synagoge
Bensheim-Auerbach, Bachgasse 28, statt. Öffnung der Synagoge am Sonntag, den 05. April 2026 von 15 – 17 Uhr. Klicken Sie hier auf Rückblicke über die Veranstaltungen der Jahre 2011- 2025 samt Zusatzmaterial: 2011 - 2012 - 2013 - 2014 - 2015 - 2016 - 2017 - 2018 - 2019 - 2020 - 2021 - 2022 - 2023- 2024- 2025
Dienstag, 27. Januar 2026 18 UhrGang zu den Stolpersteinen für die 12 ermordeten Auerbacher Juden der BachgasseEnde Januar erinnern wir immer an die Befreiung von Auschwitz und an die Opfer des Nationalsozialismus und laden ein zum Gang zu den Stolpersteinen. Treffpunkt ist die Synagoge, in der wir an die ermordeten Jüdinnen und Juden aus der Bachgasse erinnern und über deren Leben informieren. Danach gehen wir gemeinsam zu den umliegenden Stolpersteinen, zünden an den vier Stationen eine Kerze an und halten kurz inne. Es ist wichtig, in diesen Tagen die Tradition des Auerbacher Synagogenvereins zu pflegen, deshalb hoffe ich auf rege Teilnahme. Mittwoch, 25. Februar 2026 19 UhrPodiumsdiskussion: Wie stellen sich die Parteien gegen den alltäglichen Antisemitismus?
Diese und andere Fragen möchten wir den Parteien zur Kommunalwahl 2026 stellen. Dazu haben wir Vertreterin oder Vertreter der Parteien zu einer Diskussionsveranstaltung in die Auerbacher Synagoge eingeladen. Die Diskussion leiten Erstwähler und Schulsprecher Nuno Wörrlein und die Vorsitzende des Auerbacher Synagogenvereins, Ursula Schlosser. Jetzt fragen Sie sich vielleicht, was haben wir an der beschaulichen Bergstraße damit zu tun? Wir kennen die Schmierereien an Fassaden oder in Schulen, die Versuche Stolpersteine zu zerstören und wir wissen, dass die Veranstaltungen in der Auerbacher Synagoge meist unter Polizeischutz stehen. Kurz vor dem Gedenken zur Pogromnacht im November wurde versucht, die Scheiben des Mahnmals am Platz der ehemaligen Synagoge in Bensheim zu zerstören. Oft hört man: So schlimm wie damals ist es ja noch nicht. Stimmt, aber es ist ein Irrglaube, dass Judenhass erst an der Rampe zu Auschwitz anfängt. Lassen Sie uns gemeinsam Ideen und Lösungen finden.
![]() zurück zur Übersicht Sonntag, 8. März 2026 11 UhrAusstellung: „Lilith“ und Kunst-Installation zu Zwangsarbeit in den TongrubenRund um den Frauentag am 8. März bietet der Auerbacher Synagogenverein ein vielfältiges Programm. Am Tag selbst eröffnet in der Synagoge eine Ausstellung zum Thema Lilith. Die erste Frau Adams gilt als Ikone der Frauenbewegung, da sie Adam die Stirn bot und ihn verließ. Lilith taucht hauptsächlich in der jüdischen Kabbala auf. Kurzfristig hat sich ergeben, dass der Künstler Ryan Lilienthal sich dieser Kunstaktion anschließt. Sein Thema hat zwar nichts mit dem Frauentag zu tun, aber wir möchten uns seine Installation nicht entgehen lassen, die er mit Schulprojekten erstellt hat. Der US-Bürger beschäftigt sich in seiner Kunst mit der Zwangsarbeit seiner jüdischen Vorfahren aus dem Lautertal, insbesondere Theodor Israel, der zusammen mit Arthur Israel aus der Bachgasse in Zwangsarbeit Backsteine herstellen musste. Auch dazu bekommen Sie vor Ort natürlich Informationen. Lilith und Tongruben Am 8. März um 11 Uhr beginnt Ursula Schlosser die Vernissage mit ihren Bildern und Erläuterungen zur Lilith-Legende. Bis in den Nachmittag finden Führungen zu den Bildern, zur Installation und der Synagoge statt, die bis 17 Uhr geöffnet ist.
Mittwoch, 11. März 2026 19 UhrVortrag Prof. Kämper: Frauen im JudentumIm Zusammenhang des internationalen Frauentags findet ein Vortrag von Prof. Kämper mit dem Titel „Vom Scheitel zur Kippa“ über Frauen im Judentum statt. Die Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Mannheim beeindruckte bereits im vergangenen Jahr mit einem Vortrag zur Sprache der Rechten. Nun zeichnet sie anhand zweier zentraler Symbole die Geschichte der Stellung der Frau im Judentum nach. Scheitel und Kippa stehen für geschlechtsspezifische Kopfbedeckungen: der Scheitel als jiddische Bezeichnung für die Perücke frommer Jüdinnen und die Kippa als männliche religiöse Kopfbedeckung. Zunächst werden Stationen der Geschichte jüdischer Frauen im gesellschaftlichen Kontext beleuchtet, etwa im Zusammenhang mit der Frauenrechtsbewegung des frühen 20. Jahrhunderts. Im zweiten Teil geht es um religionsgeschichtliche Veränderungen, etwa den Zugang von Frauen zu den Berufen der Kantorin und Rabbinerin oder das Tragen der Kippa. Gleichzeitig wird die starke Rolle der orthodoxen Jüdin innerhalb der Familie thematisiert. So spannt der Vortrag den Bogen vom orthodoxen zum Reformjudentum und macht deutlich, dass es die Stellung der Frau in dem Judentum nicht gibt. Mittwoch, 8. April 18:30 UhrMitgliederversammlung: Jahreshauptversammlung 2026
Mittwoch, 6. Mai 19 UhrVortrag Thilo Figaj: Post aus Jerusalem
Ein besonderer Vortrag widmet sich dem jüdischen Religionsphilosophen Martin Buber und lädt zu einer spannenden Spurensuche zwischen Heppenheim, Jerusalem und New York ein. Im Mittelpunkt stehen ein bislang unbekannter Brief und wenig beachtete Dokumente, die neue Einblicke in Bubers Exilzeit eröffnen. Ausgangspunkt ist ein Brief aus dem Jahr 1943, in dem Buber von Jerusalem aus einem Bekannten bittet, in New York einen Exilverleger für den Roman „Muckensturm“ seiner Frau Paula zu finden. Paula Buber schrieb unter dem Pseudonym Georg Munk. Der Vortrag beleuchtet nicht nur die Hintergründe dieses Schreibens, sondern ordnet sie auch in Bubers weitreichende Kontakte zu Schriftstellern, Literaturagenten und Verlegern im Exil ein. Der Roman selbst wird dabei ebenfalls kurz vorgestellt, denn Bubers enge Verbindung zu Heppenheim, wo er bis 1938 lebte, ist von besonderem regionalem Interesse. Nach Erscheinen des Romans meinten einige Bewohner, Figuren aus „Muckensturm“ mit realen Personen aus der Stadt in Verbindung bringen zu können – ein Aspekt, der im Vortrag aufgegriffen wird. Ein weiteres Highlight ist das originale Dokument selbst: Der Brief bildet einen wichtigen historischen Bezugspunkt. Mit ihm wird Bubers Lebenssituation in Jerusalem thematisiert – insbesondere seine Wohnadresse im damaligen Ostteil der Stadt, aus dem er 1948 im Zuge des israelisch-arabischen Krieges erneut fliehen musste. Dabei gerieten auch persönliche Besitztümer, darunter seine umfangreiche Bibliothek, wieder einmal in Gefahr. Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf Bubers eigener Darstellung seiner Emigration aus Deutschland, die er immer als „Auswanderung“ bezeichnete. Hierzu werden bislang wenig bekannte Schriftwechsel mit dem Finanzamt Heppenheim vorgestellt, die sich mit seinem Vermögen und seinem Haus befassen. Daraus geht hervor, wie Buber die Nazis erfolgreich über seine wirklichen Absichten täuschte. Spannend ist auch zu erfahren, wie Buber seine 12.000 Bände umfassende Bibliothek und sein wertvolles Mobiliar rettete, und nur ihm Verzichtbares im Heppenheimer Haus beließ, damit es bewohnt wirkte. Der Vortrag wird durch eine Bilderschau ergänzt und bietet eine facettenreiche Annäherung an eine bedeutende Persönlichkeit des 20. Jahrhunderts – zwischen Heimat, Exil und Neubeginn.
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