Veranstaltungsübersicht des Auerbacher Synagogenvereins
Nachstehend sind die Veranstaltungen des 1. und 2. Halbjahres 2010 aufgelistet.
Alle Veranstaltungen finden statt in der ehemaligen Synagoge Bensheim-Auerbach, Bachgasse 34 

Datum Thematik
26.01.2010 Jahreshauptversammlung
07.02.2010 Ausstellung "Reichspogromnacht 1938" von Schülern des AKG Bensheim
17.02.2010 Vortrag Dr. Yuval Lapide, Weinheim: "Erinnern u. Gedenken im Judentum"
25.03.2010 Gemeinsame Veranstaltung mit der Geschichtswerkstatt Jakob Kindinger
21.04.2010 Vortrag Thomas Bruinier, Kassel: "Geschichte des jüdischen Gebetbuches"
05.05.2010 Literarisch-musikalischer Abend mit Burkhard Engel: "Erich Kästner"
08.06.2010 Vortrag mit Rabbinerin Elisa Klapheck, Ffm: "Jüdische Herausforderungen"
25.06.2010 Vortrag Renate Schwarz, Auerbach: "Esther" 
Vortrag wird auf später verschoben !!
24.08.2010 Vortrag Frau Crosine, Botanikerin aus Riva: "Die biblische Etrog-Frucht"
26.09.2010 Exkursion nach Stuttgart: "Auf den Spuren des Judentums in Württemberg".
   Besuch der Synagoge in Stuttgart mit Rachel Dror
05.10.2010 Erzählkonzert mt Revital Herzog, Reutlingen: Klejsmer und Orientmusik
   und Geschichten aus Israel-Palästina
10.11.2010 Gedenkfeier der Stadt Bensheim am Bendheimplatz
Nov. 2010 Besuch der South Buck Jewisch Community aus Amersham

Dienstag, 26. Januar 2010:
Jahreshauptversammlung
mit Bilddokumentation von der Exkursion 2009:
"Auf den Spuren des Judentums in Rheinhessen"

I. Wort zur Lage (Ausführungen von Herrn Karlheinz Storch)

Am 30. September 2009 wurde der Neubau der Hochschule für jüdische Studien in Heidelberg (HfJS) feierlich eingeweiht. Seit 30 Jahren gibt es wieder in Deutschland diese akademische Ausbildungsstätte. Heute werden an der Hochschule 150 Studierende aus 14 Ländern ausgebildet und ebenso viele in den geisteswissenschaftlichen Fakultäten der Heidelberger Universität.

Der uns im Synagogenverein bekannte ehemalige Landesrabbiner von Baden, Prof. Dr. Nathan Peter Levinson, der vor Jahren hier in der alten Auerbacher Synagoge einen Bar-Mizwa-Gottesdienst mit einer jüdischen Gemeinde und Familie aus Frankfurt/M. gehalten hat, hatte bereits in den 1970er Jahren die Notwendigkeit einer jüdisch-theologischen Ausbildungsstätte für Religionslehrer, Kantoren und Rabbiner einzurichten angeregt. 1979 wurde diese Idee dann in veränderter Form Wirklichkeit.

Die HfJS ist ein Abbild der deutschen Geschichte und Gegenwart nach 1945. Als ein offenes Forum für den Gedankenaustausch der Religionen und Kulturen sieht sie ihre Aufgabe auch in der Annäherung und Verhältnisgestaltung von Minderheiten und Mehrheitsgesellschaft in Deutschland. Die HfJS ist heute der einzige Standort zur Staatsexamensausbildung im Fach Jüdische Religionslehre und begleitet für die orthodoxe wie liberale Glaubensrichtung die akademische Ausbildung zum Rabbinat. Ende 2009 ist auch das Zentralarchiv für die Geschichte der Juden in Deutschland mit seinen Beständen in das neue Haus eingezogen.

Salomon Korn, der Vorsitzende des Kuratoriums der Hochschule, hat in seiner Eröffnungsrede über das Dilemma der jüdischen Kultur in Deutschland, abgedruckt in der FAZ vom 1.10.2009, unter anderem gesagt: „Es darf keine unter gesellschaftlichem Legitimationsdruck abgepresste oder politischem Kalkül dienende ´deutsch-jüdische` Kultur als eine weitere Übergangs- und Auflösungsvariante des Judentums in Deutschland geben. Eine eigenständige, erneuerte jüdische Kultur wird nur wachsen, wenn sie nicht vorrangig danach schielt, aus fragwürdigen Nützlichkeitserwägungen heraus einen ihr wesensfremden Beitrag zur deutschen oder europäischen Kultur zu leisten....Möge die HfJS Heidelberg eines der Fundamente einer erneuerten deutsch-europäisch-jüdischen Kultur werden.“ Salomon Korn verwies auf Einrichtungen in Deutschland, die Kristallisationskerne einer möglichen zukünftigen jüdischen Kultur sein könnten: die jüdischen Kindergärten, Schulen, Volkshochschulen, Bibliotheken und Jugendzentren, vor allem in den Großgemeinden; die HfJS in Heidelberg, das Abraham Geiger Kolleg, kurz: die klassischen Lehr- und Lernorte des Judentums.

Wir halten als Synagogenverein den Kontakt zur HfJS, indem wir versuchen Vorträge von Professoren der Hochschule hier in der Synagoge anzubieten. So konnten wir Frau Prof. Weber in den beiden letzten Jahren zu Vorträgen über Jüdische Kunst gewinnen wie auch ihre Vorgängerin Frau Prof. Künzl in den Anfangsjahren unserer Arbeit im Synagogenverein.

Im Juli 2009 wurde in Berlin auf der Jahreskonferenz des ICCJ von Vertretern aus 22 Staaten das neue ICCJ-Dokument „Zeit zur Neuverpflichtung – Zur Schaffung eines neuen Verhältnisses zwischen Juden und Christen“ verabschiedet. Es geht in diesem Nachfolgedokument um die Erneuerung und Wiederherstellung der Zehn Punkte von Seelisberg von 1947. Damals, 2 Jahre nach dem 2. Weltkrieg, hatten sich 65 Juden und Christen aus 19 Ländern im schweizerischen Seelisberg versammelt. Sie wollten nach dem Holocaust die Beziehungen zwischen Juden und Christen stärken und veröffentlichten Zehn Thesen an die christlichen Kirchen. Darin ging es sowohl um die Bekämpfung des Antisemitismus als auch um eine Erneuerung der Beziehungen zwischen beiden Religionen. 2009, 60 Jahre danach, erneuern die Berliner 12 Thesen diesen Aufruf, der sich gleichermaßen an Christen, Juden und andere Religionen richtet.

In 4 Thesen werden die Kirchen aufgerufen, gegen alle Formen des Antisemitismus vorzugehen und den interreligiösen Dialog mit den Juden zu fördern. Theologen sollten ein Verständnis des Judentums entwickeln, das dessen eigenständige Integrität bekräftigt. Auf Judenmission soll verzichtet werden, alle Lehren sollten ausgeschlossen werden, denen zufolge die Christen die Juden als ein Volk im Bundesverhältnis mit Gott abgelöst haben.

Die jüdischen Gemeinden werden in 4 Thesen dazu aufgefordert, die Bemühungen vieler christlicher Gemeinden im späten 20. Jh. anzuerkennen, ihre Einstellung gegenüber Juden zu reformieren. Sie sollten auch die eigenen, jüdischen Texte neu überdenken, etwa in Hinsicht auf Fremdenfeindlichkeit und Rassismus und zwischen Kritik und Antisemitismus unterscheiden. Auch sollten sie den Staat Israel dazu ermutigen, die in seinen Gründungsdokumenten formulierten Ideale zu verwirklichen und z.B. den religiösen und ethnischen Minderheiten, einschließlich der Christen, die innerhalb des jüdischen Staats leben, gleiche Rechte garantieren.

In 4 weiteren Thesen werden Christen, Juden und andere Religionen zur gemeinsamen Förderung der interreligiösen und interkulturellen Erziehung, der sozialen Gerechtigkeit in der globalen Gesellschaft, zur Verantwortung für die Umwelt und zur Verstärkung des Dialogs mit politischen und wirtschaftlichen Institutionen aufgerufen.

 Die Zwölf Thesen der Berliner Erklärung sind beim ICCJ  im Martin-Buber-Haus in Heppenheim erhältlich. Ich möchte anregen, dass wir uns im Synagogenverein mit diesen Thesen ausführlicher beschäftigen und dazu einen kompetenten Gesprächspartner für eine Diskussion einladen.

II. Tätigkeitsbericht (von Herrn Karlheinz Storch, hier nicht eingestellt)
 

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Sonntag, 07. Februar 2010:
Ausstellung "Pogromnacht 1938"

Eine Ausstellung zum Thema „Pogromnacht 1938“ wurde von einem Kurs der Jahrgangsstufe 13 des AKG erarbeitet. Sie wurde am Sonntag, 07. Februar in der Synagoge zur Besichtigung aufgebaut. Es wurden Schrift- und Bildtafeln gezeigt, außerdem 2 von Schülern erstellte Videos vorgestellt.
Die Ausstellung beschränkte sich auf die wesentlichen Themen: Wie wurde die Hetze vorbereitet? Wer waren die Protagonisten des Pogroms? und wie konnte das Volk von den Nazis so erfolgreich instrumentalisiert werden?
Neben den chronologisch nachgezeichneten Ereignissen in Bensheim und Auerbach, in Zwingenberg, Heppenheim und Lorsch hat der Kurs nach den Hintergründen der Novemberpogrome gefragt und sich mit der NS-"Judenpolitik" auseinandergesetzt.
Recherchiert wurde unter anderem im Darmstädter Staatsarchiv. Auch in lokalhistorischen Publikationen haben die Schüler nach den regionalen Auswirkungen der Pogrome geforscht.

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Mittwoch, 17. Februar 2010:
Vortrag von Dr. Yuval Lapide, Weinheim:
"Erinnerungs- und Gedenkkultur im Judentum"

„Vergessen verlängert das Exil – das Geheimnis der Erlösung heißt Erinnerung“ – mit diesem Kerngedanken des großen jüdischen Mystikers Israel Baal Schemtow aus dem 18. Jahrhundert,  ist das Portal der nationalen Gedenkstätte Yad Waschem in Israel übertitelt. In dieser nationalen Selbstdarstellungs – und Erinnerungs- Einrichtung gedenkt der Staat Israel seit nunmehr über fünfzig Jahren der größten Katastrophe, die „christliche Heiden“ dem jüdischen Volk angetan haben.

Wenige Menschen wissen, dass es im Judentum eine ausgeprägte Erinnerungs- und Gedenkkultur gibt – sowohl in den großen ersttestamentlichen Schriften als auch in der synagogalen Liturgie. Das Thema Gedenken ist so zentral im jüdischen Denken und kultischen Handeln verankert. dass man von einer regelrechten jüdischen Gedenkkultur sprechen kann

 

Im Vortrag führte anhand konkreter Lesungen aus den biblischen Quellen und deren ausführlicher Besprechung sowie anhand praktischer Illustration der Synagogen-Liturgie und der Begehung bestimmter religiöser  Gedenktage in diese Erinnerungs- und Gedenkkultur ein.

 

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Donnerstag, 25. März 2010:
Gemeinsame Veranstaltung mit der Geschichtswerkstatt "Jakob Kindinger", Bensheim:
Leben und Werk berühmter jüdischer Dichterinnen
Ursula Kurze, Künstlerin aus Dresden, brachte von ihr vertonte Gedichte von Else Lasker-Schüler, Selma Meerbaum-Eisinger und  Rose Ausländer zu Gehör
  

Mit Vertonungen, mit Gesang, Gitarre und Sprache stellte die Dresdener Komponistin und Instrumentalistin Werk und Leben berühmter jüdischer Künstlerinnen vor. Im ersten Teil des Abends brachte Ursula Kurze zwei Stimmen aus Czernowitz zu Gehör: Rose Ausländer und Selma Meerbaum-Eisinger: weltberühmt die eine, nahezu unbekannt die andere. Ihre Lyrik ist geprägt von der Landschaft, die sie erfand, von den Kulturen und Sprachen der Bukowina, jenem Ort, "wo Menschen und Bücher lebten"(Paul Celan).
Der zweite Teil des Abends trug die Überschrift: Vertrieben aus dem Heimatlande

Else Lasker-Schüler, eine Frau, die schwierige Lebensstationen im Exil durchschreiten musste und am Ende ihrer Tage einsam "im Lande ihrer Väter" bleibend sich unverstanden fühlte.

 

Mit dieser Veranstaltung erinnerte die Geschichtswerkstatt Jakob Kindinger e.V.  an die Kirchbergmorde im März 1945 -  ein künstlerischer Abend mit Unterstützung des Auerbacher Synagogenvereins.
 

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Mittwoch, 21. April 2010:
Vortrag von Thomas Bruinier, Kassel:
"Die Geschichte des jüdischen Gebetbuches - Gebete, Lieder, Segenssprüche"

Was bringt es einem am Judentum interessierten Nichtjuden, wenn er sich mit dem jüdischen Gebetbuch beschäftigt?

Immer wieder ist bei jüdischen Autoren nachzulesen, dass, wer etwas vom „Geist“, von der „Seele“ des Judentums verstehen will, dass der sich mit dem jüdischen Gebetbuch beschäftigen sollte. Denn in ihm sind Texte aus unterschiedlichen Zeiten und Quellen, aus ganz verschiedenen Gründen zusammengewachsen und liturgisch geordnet worden. Wobei jeder Text für sich eine Kostbarkeit ist, der seine ganz eigene Geschichte hat .

Dem für einen Abend nachzuspüren, das war das Anliegen des Referenten Thomas Bruinier aus Kassel.

 

Dazu erzählte er, wie das jüdische Gebetbuch im Laufe von Jahrhunderten entstanden ist und stellte einen kleinen Ausschnitt daraus vor – lesend, erklärend und singend.

 

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Mittwoch, 05. Mai 2010:
Literarisch-musikalischer Abend mit Dr. Burkhard Engel, Michelstadt:
"Erich Kästner"

Der Schriftsteller Erich Kästner (1899 – 1974) erlangte seine größte Bekanntheit als Autor von Kinderbüchern. Lieder, Gedichte und Prosatexte, die er für Erwachsene schrieb, präsentierte das Cantaton-Theater in einem literarisch-musikalischen Programm. Burkhard Engel zeigte mit Rezitation, Gesang und Gitarre Erich Kästner als humorvollen Lyriker, als bissigen Satiriker und als kritischen Beobachter politischer und gesellschaftlicher Entwicklungen.
Erich Kästner, der oft gegen den Strom schwamm, schrieb in den Jahren zwischen den Weltkriegen Texte, die den Militarismus anklagen, der Untertanen mit den „Händen an der Hosennaht“ hervorbringt, nicht aber freie Bürger. Er schrieb gegen die Verantwortungslosigkeit einer Gesellschaft, die sich mit Armut und Arbeitslosigkeit abfindet. Das Alltagsleben der „kleinen Leute“ bestimmte die Themen seiner Gedichte, die er „Gebrauchslyrik“ nannte. Seine moralische Haltung und seine Konsequenz ließen ihn nach dem zweiten Weltkrieg zu einem Gründer eines literarischen Neuanfangs in der Bundesrepublik werden.
Burkhard Engel war schon einige Male als Interpret in der Auerbacher Synagoge zu hören, zuletzt mit Themen-Abenden zu Heinrich Heine und Kurt Tucholsky. Er hat eine vielseitige Ausbildung absolviert: Studium von Theologie, Geschichte und Altorientalistik, dazu Unterricht an Klavier, Gitarre und Akkordeon, zusätzlich Gesang– und Schauspielunterricht. Er war Mitglied verschiedener Ensembles bevor er das Cantaton-Theater gründete.
Seit 2002 erfüllt er einen Lehrauftrag an der Kinder- und Jugendakademie Südhessen, auch wirkte er an zahlreichen Rundfunk- und Fernsehsendungen mit.

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Dienstag, 08. Juni 2010:
Vortrag und Gespräch mit Rabbinerin Elisa Klapheck, Frankfurt:
"Jüdische Herausforderungen hier und jetzt aus der Sicht einer Rabbinerin in Deutschland"

Elisa Klapheck ist Rabbinerin der liberalen Juden in der jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main. Sie sprach über ihren Lebensweg ins Rabbinat, ihre Erfahrungen als Rabbinerin und ihre Sicht auf die Zukunft des liberalen Judentums in Deutschland. Elisa Klapheck repräsentiert eine neue Generation, die auf den Ruinen der Schoah ein Wiederanknüpfen an das einstige liberale Judentum und eine Erneuerung jüdisch-religiösen Lebens in Deutschland heute wagt. Die jüdische Religion muss die gesellschaftspolitischen Herausforderungen der Gegenwart annehmen.

 Frau Elisa Klapheck (*1962, Düsseldorf) ist Rabbinerin des liberalen Egalitären Minjan in der Jüdischen Gemeinde in Frankfurt am Main. In den Jahren 2005-2009 war sie Rabbinerin von Beit Ha’Chidush in Amsterdam. Wo immer Klapheck amtiert, hält sie Schiurim zu talmudischen Themen anhand heutiger, gesellschaftspolitischer Fragestellungen. Darin treffen sich die beiden Fächer, die sie studiert hat: Politologie und Judaistik. Klapheck war lange politische Journalistin und Pressesprecherin der Jüdischen Gemeinde zu Berlin. Seit den 90-er Jahren engagiert sie sich für eine jüdische Erneuerung. So gehörte sie zu den Mitinitiatoren der liberalen Berliner Synagoge Oranienburger Straße und von „Bet Debora“ (Tagung europäischer Rabbinerinnen, Kantorinnen und rabbinisch gelehrter jüdischer Frauen). Von ihr erschienen sind u.a. "Fräulein Rabbiner Jonas - Kann die Frau das rabbinische Amt bekleiden?" (1999) und „So bin ich Rabbinerin geworden. Jüdische Herausforderungen hier und jetzt“ (2005). Klapheck schreibt regelmäßig rabbinische Kommentare für die „Jüdische Allgemeine“ und verschiedene Radiosender. Derzeit arbeitet sie an einem Buch über die Religionsphilosophin Margarete Susman.

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Freitag, 25. Juni 2010:
Vortrag von Renate Schwarz, Bensheim-Auerbach:
"Fritz Hochwälder - ein fast vergessener jüdischer Schriftsteller",
mit Filmausschnitten aus dem Theaterstück Esther

Achtung: der Vortrag muss aus technischen Gründen auf später verschoben werden !!

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Dienstag, 24. August 2010:
Vortrag von Maria Luisa Crosina, Riva / Italien:

             “Die Frucht der schönen Bäume“ - Mythos und Natur: Die Rolle

              des italienischen Paradiesapfels im jüdischen Laubhüttenfest.

              Mit musikalischer Begleitung durch den Gitarristen Aldo Salvottini

 

Im 3. Buch Mose 23, 40 werden für dieses Fest Zweige von verschiedenen Baumarten, Palmwedel und „Frucht von schönen Bäumen“ vorgeschrieben. Bei dieser Frucht, im Hebräischen „Etrog“ genannt, handelt es sich wahrscheinlich um die Zedrat-Zitrone (Citrus medica), die - aus Indien stammend - schon zu biblischen Zeiten in Israel wuchs.

 

Maria Luisa Crosina befasst sich als vielseitige freie Wissenschaftlerin mit kulturhistorischen Themen und schrieb in der Ankündigung ihres Vortrags: “Wie die Geschäftsbücher der Zitronen-Handelsgesellschaften am oberen Gardasee bezeugen, waren Hauptkunden für die spezielle „Etrog-Zitrone“ vom oberen Gardasee insbesondere jüdische Gemeinden aus Österreich, Ungarn und Westpolen. Vor dem jüdischen Laubhüttenfest kamen in den vergangenen Jahrhunderten die „Essroger“, um in Apulien, der Toskana, in Ligurien und am Gardasee-Westufer nach den besten Früchten zu suchen und sie als kostbare Symbole für „die Süße des Lebens“ an die jüdischen Haushalte zu verkaufen.“

 

Es wurden unter anderem Texte - vor allem aus der Tora - rezitiert und zusätzlich  Lichtbilder gezeigt. Der Gitarrist Aldo Salvottini begleitete die Rezitationen mit zum Teil eigenen Kompositionen.

 

Prof. Salvottini hat eine fundierte Ausbildung in Klassischer Gitarre und tritt, neben seiner Tätigkeit als Dozent, in Musikgruppen und als Solist auf. Auch Maria Luisa Crosina ist der Musik sehr verbunden: neben Diplomen in geisteswissenschaftlichen Fächern hat sie die Leitung des renommierten Vereins „Musica Riva Festival“ in Riva del Garda, Bensheims Partnerstadt.
 

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Sonntag, 26. September 2010, 08.00 - 20.00 Uhr:
Exkursion: Auf den Spuren des Judentums in Württemberg.

In Stuttgart wird uns Rachel Dror, die Cousine von Prof. Eli Lehmann, Jerusalem, die Stuttgarter Synagoge zeigen und wir werden in der Sukka/Laubhütte der Gemeinde ein koscheres Mittagessen ( 13,- € ) einnehmen.
Am Nachmittag begleitet uns Dr. Joachim Hahn, ausgewiesener Kenner des Judentums in Baden-Württemberg, in Esslingen auf den Spuren des dortigen Judentums.

 Abfahrt:        8.00 Uhr am Bürgerhaus Kronepark in Auerbach
                       8.10 Uhr am Busbahnhof in Bensheim

 Rückkehr:    20.00 Uhr in Bensheim-Auerbach

 Preis:            15,00 € je Teilnehmer/in. Der Fahrtpreis wird, wie in den letzten Jahren bewährt, im Bus gezahlt.

 Anmeldungen:        Bei Pfarrer i.R. Karlheinz Storch
                                 Tel: 06241-933155
                                 e-mail: khstorch@gmx.net

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Dienstag, 05. Oktober 2010, 20.00 Uhr:
Erzählkonzert mit Revital Herzog, Reutlingen:
"Klejsmer und Orientmusik und Geschichten aus Israel-Palästina".

Revital Herzog ist Märchenerzählerin und Musikerin in der Tradition ihrer Familie, die ihre Wurzeln  im Balkan, in Persien und im Irak hat. Der Großvater war phantasievoller jüdisch-persischer Märchenerzähler. Diese ererbte Begabung ergänzt Revital Herzog durch ihre Musikalität: Zwischen den meist humorvollen Geschichten aus Jerusalem, Israel-Palästina und dem Mittelmeerraum spielt sie auf dem Akkordeon Musik aus dem Orient und dem Balkan sowie Klejsmer aus dem Kulturkreis der Chassiden. Bei Studienaufenthalten auf dem Balkan und bei den Beduinen des Sinai hat sie zusätzlich Material gesammelt.

 

Aufgewachsen ist Revital Herzog in Israel, und der israelisch-arabische Konflikt ist ihr immer gegenwärtig, ebenso wie die problembeladene deutsch-jüdische Geschichte, da sie seit 1984 in Deutschland lebt. Mit ihren Programmen möchte sie die vorhandenen Spannungen und Ängste entschärfen. Ihre Geschichten sollen Mut machen und die Hoffnung auf Versöhnung wach halten.

 

Wir haben Revital Herzog in guter Erinnerung seit ihrem ersten Auftritt in Auerbach vor drei Jahren und laden herzlich ein zu diesem Ausflug in eine andere Welt.
 

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Mittwoch, 10. November 2010, 18.00 Uhr:
Teilnahme an der Gedenkfeier der Stadt Bensheim am Bendheimplatz

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November 2010:
Besuch der South Buck Jewisch Community:
Besuch der jüdischen Gemeinde aus der Partnerstadt Amersham mit einem Begegnungsabend in der Auerbacher Synagoge

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