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Veranstaltungsübersicht des Auerbacher Synagogenvereins 2017

Alle Veranstaltungen finden in der ehemaligen Synagoge Bensheim-Auerbach statt, Bachgasse 28.
Alle Veranstaltungen beginnen um 19.30 Uhr, siehe auch Ausnahmen.

Klicken Sie hier auf Rückblicke über die Veranstaltungen der Jahre 2011- 2016 samt Zusatzmaterial:

2011 - 2012 - 2013 - 2014 - 2015 - 2016

Datum Thematik
27. Jan. 2017 Internationaler Holocaust-Gedenktag. Filmvorführung "Visionen aus dem Inferno"
15. Febr. 2017  Mitgliederversammlung mit Film über die Synagogenrekonstruktionen
15. März 2017  Ein Abend über Hilde Domin. Mit Ursula Illert, Anka Hirsch und Julia Ballin
25. März 2017 Jüdische Geschichten und Klezmer mit Revital Herzog (eine Veranstaltung der Geschichtswerkstatt J.Kindinger)
19. April 2017 Die Bensheimer Bankiersfamilie Bauer. Bildvortrag von Dr. Fritz Kilthau
17. Mai 2017 Literatur nach Auschwitz. Vortrag von Birgit Meurer, Martin-Buber-Haus
18. Juni 2017 Konzert des Jerusalem-Duo

 

Freitag, 27. Januar 2017: 

Filmvorführung "Visionen aus dem Inferno"

Visionen

Der Film wurde 2005 vom slowakischen Fernsehen erstellt und dokumentiert die traumatischen Erlebnisse von Adolf Frankl. Er hat sie selbst in einem Bilderzyklus festgehalten: farbgewaltige Gemälde, die zwischen 1942 und 1982 (seinem Todesjahr) entstanden. Der Film verknüpft Frankls Bilder mit historischem Filmmaterial, so dass zusammen mit den Augenzeugenberichten des Malers und seines Sohnes Thomas die Ereignisse jener Zeit schmerzhaft real werden. In den von Frankl gezeichneten und gemalten Visionen tauchen gleichsam gespenstische Figuren an ihren historischen Orten wieder auf, als wollten sie angehört werden. Die Bilder, die Erinnerungen, die rekonstruierten Szenen und dazu der historische Nachweis der Barbarei bilden zusammen eine beeindruckende Collage, deren Intensität man sich kaum entziehen kann.

Thomas Frankl, der selbst nur knapp der Deportation nach Auschwitz entkam, kümmert sich seit dem Tod des Vaters 1982 um den riesigen künstlerischen Nachlass. 1987 wurde ein kleiner Teil der Gemälde in der Auerbacher Synagoge ausgestellt. Seitdem hängt hier eines der Bilder im Original. Nach wie vor besteht ein freundschaftlicher Kontakt des Auerbacher Synagogenvereins zu Thomas Frankl, der die Gemälde seines Vaters in einer Dauerausstellung am Judenplatz in Wien betreut.

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Mittwoch, 15. Februar:

Mitgliederversammlung und Film über die rekonstruierten deutschen Synagogen

Synagogen

1. Bericht über die Veranstaltungen und die Außenkontakte 2016

2. Aussprache und Anregungen

3. Bericht über die Finanzen im Jahr 2016

4. Neuwahl des Vorstandes und der Kassenprüfer

5. Verschiedenes

6. Film über Computer-Rekonstruktionen großer deutscher Synagogen

Der Film zeigt ein studentisches Projekt der Technischen Universität Darmstadt, erarbeitet unter Prof. Manfred Koob. Vermittelt wird ein repräsentativer Überblick sowie räumliche Eindrücke der zerstörten städtischen synagogalen Architektur in Hannover, Berlin, Plauen, München und Köln.

Als Abschluss des Abends wurden wieder Gebäck und Getränke gereicht.


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Mittwoch, 15. März:

Hilde-Domin-Abend "Auf Wolkenbürgschaft" mit Ursula Illert, Anka Hirsch und Julia Ballin

Illert-Hirsch-BallinAuf Wolkenbuergschaft


Ein musikalisch-literarisches Programm, vorgetragen und ausgewäht von Ursula Illert.
Mit Musik von Anka Hirsch, gespielt vom lézarde jazz duo: Julia Ballin, Saxophone und Anka Hirsch, Cello






Hilde Domin gilt als eine der bedeutendsten deutschsprachigen Lyrikerinnen unserer Zeit. Ihr „Dennoch“, ihr Vertrauen in den Menschen als Individuum, scheint unerschütterlich und ist beispielhaft für eine Generation deutscher Juden, die „aus der Verfolgung als Boten der Versöhnung ins Sprachzuhause zurückgekehrt sind“, wie sie selber einmal schrieb.

Hintergrund ihrer Dichtung ist ihr bewegtes Leben, das fast das ganze 20. Jahrhundert umfasst und das sie mit vielen Kulturkreisen und vielen Wissensgebieten in Berührung brachte. 1909 in Köln geboren, begann sie 1929 in Heidelberg ein Studium der Volkswirtschaft, der Sozial- und Staatswissenschaft, das sie 1930/31 an der Universität in Berlin fortsetzte. Dort erlebte sie die heftigen politischen Kämpfe zu Beginn der 30er Jahre mit. Sie las „Mein Kampf“ und war sicher, dass „Hitler das, was er geschrieben hatte, auch ausführen würde“. So begleitete sie 1932 ihren künftigen Ehemann zu einem Studienaufenthalt nach Italien und studierte auch selbst in Rom Kunstgeschichte. Für den Lebensunterhalt unterrichtete sie Deutsch – wie auch später in den verschiedenen Exilstationen. Von 1934 an erließ auch Italien judenfeindliche Gesetze und verlangte schließlich 1939 die Ausreise aller Juden. Es folgte die Flucht nach England und 1940 weiter über Kanada bis in die Dominikanische Republik, wo sie ein enges Verhältnis zur spanischen Sprache entwickelte. 1946 begann sie mit dem Schreiben, was ihr nach dem Tod der Mutter 1951 aus tiefer Depression heraushalf.

1954 kehrte sie nach 22 Exiljahren nach Deutschland zurück. Ihr erster Gedichtband „Nur eine Rose als Stütze“ erschien 1959. Neben Lyrik schrieb sie Erzählungen und Essays. Hilde Domin erhielt zahlreiche Literaturpreise. Ihre Lesungen führten sie auch in Gefängnisse, Kirchen und Schulen; so las sie z.B. 1997 im Bensheimer Alten Kurfürstlichen Gymnasium aus ihren Gedichten. Sie verstarb am 22. Februar 2006 in Heidelberg.


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Samstag, 25. März:

Jüdische Geschichten und Klezmer mit Revital Herzog. 

Eine Veranstaltung der Geschichtswerkstatt Jakob Kindinger e.V.

Revital Herzog 2017Die Veranstaltung fand statt im Rahmen der Ausstellung "Legalisierter Raub" in Lorsch. Historischer Anlass war der Tag der Kirchbergmorde. Am 24. März 1945 waren zwölf deutsche und ausländische Gefangene von der Gestapo am Kirchberg in Bensheim ermordet worden.
Der Abend bot eine gelungene Mischung aus gespielter und gesprochener Kunst - ein fesselndes Erzählkonzert. Tiefsinniige Anekdoten wechselten mit schwarzem Humor, zarte Klezmerklänge mit temperamentvollen Volkslieder-Melodien.
Revital Herzog wurde in Israel geboren und ist dort aufgewachsen. Sie ist die Enkelin eines persisch-jüdischen Märchenerzählers, der in Tel Aviv die Menschen mit seinen Erzählungen erfreute.
Mit Musik, Geschichten, Tänzen, Anekdoten und Liedern hält sie die Erinnerung an alte Kulturtraditionen wach.

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Mittwoch, 19. April:

"Die Bensheimer Bankiersfamilie Bauer"

Bankier BauerBildvortrag von Dr. Fritz Kilthau.
Gemeinsame Veranstaltung des Arbeitskreises Zwingenberger Synagoge, des Auerbacher Synagogenvereins und der Geschichtswerkstatt Jakob Kindinger (im Rahmen des Begleitprogramms zur Ausstellung "Legalisierter Raub" in Lorsch)

Am Anfang des Vortrags stand die Geschichte von Hedwig und Julius Bauer bis 1933 – ihre Herkunft, die Heirat in Bensheim und die Gründung einer kleinen, sehr erfolgreichen Privatbank, die im Rodensteiner Hof angesiedelt war.

Die beiden Töchter Anne und Margaret emigrierten während der NS-Zeit nach den USA. Anne Bauer wurde Journalistin und schrieb nach einer Rundreise durch Afrika kritische Berichte zur Apartheid. In Paris, wo sie nach dem Krieg lebte und arbeitete, wurde sie deshalb zur amerikanischen Botschaft bestellt und musste ihren Pass abgeben – ein Opfer der McCarthy-Hysterie. Sie wurde französische Staatsbürgerin und engagierte sich weiterhin gegen die Missachtung der Menschenrechte.

1933 wurde Julius Bauer die Zulassung zur Börse entzogen – für einen Bankier eine wesentliche Einschränkung seiner Geschäfte. 1936 mussten Hedwig und Julius Bauer mit Wohnung und Geschäft aus dem Rodensteiner Hof ausziehen, da die Ortsgruppenleitung der NSDAP diese Räume für sich beanspruchte. In der Reichspogromnacht wurden die neuen Büro- und Wohnräume in der Darmstädter Straße 66 verwüstet und hierbei Akten und Möbelstücke beschädigt oder zerstört. Als „Judenvermögensabgabe“ – eine von den Nationalsozialisten beschlossene „Sühneleistung“ zur Reichspogromnacht - mussten die Bauers fast 20.000 RM an das Finanzamt in Bensheim abtreten. Das gesamte Vermögen der Familie wurde gesperrt. Julius Bauer war im Verlauf der Reichspogromnacht wie die meisten männlichen Juden verhaftet und ins KZ Buchenwald verschleppt worden. Dort starb Julius Bauer am 1. Dezember 1938 unter ungeklärten Verhältnissen. Hedwig Bauer zog nach Frankfurt, wo sie sich am 15. Februar 1939 das Leben nahm. Hedwig und Julius Bauer wurden auf dem Alsbacher Judenfriedhof beerdigt.

Das Erbe von Hedwig und Julius Bauer, das natürlich den beiden Töchtern zustand, ließen die Nationalsozialisten nicht unangetastet: Möbel, Haushaltsgegenstände - darunter eine große Menge silberner Leuchter, Vasen und Besteckteile – und ein Piano wurden von den Nationalsozialisten beschlagnahmt und zugunsten der öffentlichen Hand versteigert.

Die Geschichte der Familie Bauer hat Dr. Kilthau in seiner Broschüre „Menschengesichter – Die jüdische Bensheimer Familie Bauer“ dargestellt, die man nach dem Vortrag erwerben konnte.


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Mittwoch, 17. Mai:

"Das ´Unsagbare´ schreiben - Literatur nach Auschwitz"

Vortrag von Birgit Meurer, M.A. Martin-Buber-Haus, Heppenheim

MeurerIn seinem Aufsatz „Kulturkritik und Gesellschaft“ stellte Theodor W. Adorno die Behauptung auf, nach Auschwitz Gedichte zu schreiben, sei barbarisch. Dies löste eine große Diskussion bei Schriftstellern und Lyrikern aus. Ist es unmoralisch, das „Unsagbare“ in Worte zu fassen?

Elie Wiesel hatte sich erst zehn Jahre des Schweigens auferlegt. Dann aber sah er es als seine Pflicht als Überlebender an, Zeugnis abzulegen und denen eine Stimme zu geben, die für immer verstummt waren. „Wir wussten alle, dass wir niemals, niemals das sagen könnten, was gesagt werden musste, dass wir unsere Erfahrung des absoluten Wahnsinns niemals in Worte fassen könnten, in zusammenhängende und verständliche Worte“. Elie Wiesel sah das Finden von Sprache als eine Form der Würdigung der Opfer an.

Primo Levi darf im Zusammenhang mit den schreibenden Augenzeugen und Literaten nicht vergessen werden. Der Titel seiner Erinnerungen „Ist das ein Mensch?“ ist nicht nur als rhetorische Frage gemeint. Was macht den Menschen aus und warum sehen die Peiniger die Gefangenen nicht mehr als Menschen an? Waren sie, die blind gehorsamen Wachen und Vollstrecker in ihrer Bestialität überhaupt noch als Menschen zu erkennen? Nach Jahren reflektierte Primo Levi noch einmal über das Grauen der Haft und kam für sich zu der bitteren Erkenntnis: „Nicht wir, die Überlebenden, sind die wirklichen Zeugen. Das ist eine unbequeme Einsicht, die mir langsam bewusst geworden ist, während ich die Erinnerungen anderer las und meine eigenen nach einem Abstand von Jahren wiedergelesen habe. Wir Überlebenden sind nicht nur eine verschwindend kleine, sondern auch eine anomale Minderheit; wir sind es, die aufgrund von Pflichtverletzung, aufgrund ihrer Geschicklichkeit oder ihres Glücks den tiefsten Punkt des Abgrunds nicht berührt haben“. Diese Aussage lässt seinen Unfalltod im April 1987 in einem anderen, tragischen Licht erscheinen.

Viele Überlebende schlossen sich der Zeugenschaft der beiden bekannten Autoren an und fanden ebenfalls Worte für das durchlebte Grauen. Anhand von Beispielen wurden auch weniger prominente Literaten und ihr Werk vorgestellt.


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Sonntag, 18. Juni, 17.00 Uhr !! :

Konzert des "Jerusalem Duo"

mit André Tsirlin, Saxofon und Hila Ofek an der Harfe

Ausschnitt aus dem Eröffnungskonzert zur Woche der Brüderlichkeit 2017

Foto des "Jerusalem Duo" 2017 aus dem Internet

Jerusalem Duo 2017

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